Tausendste ausländische Pflegekraft

Katholisch und freundlich

"Triple Win" ist ein Erfolgsprojekt gegen den Fachkräftemangel bei der Pflege in Deutschland. Warum das Kooperationsprojekt von Caritas, Bundesagentur für Arbeit und Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit so erfolgreich ist, lesen Sie hier.

Bekannt für ihre Freundlichkeit sind Michelle Dela Cruz (vorne) und Jeannette Dela Cruz bei der Heimbewohnerin Hannelore Stürz im Caritas-Altenheim St. Nikolaus.

München – „Ihr Lächeln ist ein Türöffner.“ Zu diesem Schluss kommt Fritz Schwarz, Leiter des Caritas-Altenheims St. Nikolaus in München-Schwabing, wenn er über seine Erfahrungen mit Pflegekräften aus den Philippinen berichtet. Jetzt ist in seinem Haus die tausendste Pflegekraft aus dem Ausland begrüßt worden, die 37-jährige Jeannette Dela Cruz. Sie ist Teil des Projektes „Triple Win“ („dreifacher Gewinn“), das die Bundesagentur für Arbeit (BA) und die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) vor vier Jahren starteten. Den dreifachen Gewinn erklärte Raimund Becker vom Vorstand Regionen der BA mit einem Vorteil für den betroffenen Menschen, für das Land seiner Herkunft und für das Land, in dem er arbeitet – also Deutschland, wo eklatanter Mangel an Pflegekräften herrscht.

Jeannette Dela Cruz, deren Name auf die spanischen Kolonialherren auf den Philippinen verweist, hat im Deutschkurs in der Heimat „viel Spaß gehabt“. Nur so ist zu erklären, dass sie nach drei Wochen Aufenthalt in Deutschland bereits eine kleine Rede halten kann, als sie hochoffiziell im Caritas-Altenheim St. Nikolaus mit einem Blumenstrauß begrüßt wird. Ihr persönliches Erfolgsgeheimnis erklärt sie mit einem Lächeln: „Ich sehe die Bewohner hier als Großmutter und Großvater, denn meine eigenen Großeltern sind schon tot.“ Die zierliche Frau hat als Pflegerin Erfahrung gesammelt in einem Krankenhaus in Saudi-Arabien und genießt in München nun „die saubere Umgebung, die öffentlichen Verkehrsmittel und die freundlichen Menschen“.

Begrüßung mit einem Blumenstrauß: Jeannette Dela Cruz von den Philippinen ist die tausendste Pflegekraft aus dem Ausland in Deutschland. © Annette Krauß

Weltweite Mitarbeitersuche

„Wir reisen um die halbe Welt, um Mitarbeiter zu finden“, erklärt Doris Schneider, Geschäftsführerin Altenheime im Diözesan-Caritasverband. Zunächst habe man Mitarbeiter in Serbien und Bosnien angeworben, doch jetzt konzentriere man sich auf Mitarbeiter aus den Philippinen, weil man mit ihnen sehr positive Erfahrungen gemacht habe. 33 Filipinas werden bereits beschäftigt, fünf weitere stünden nach dem Deutschkurs für den Einsatz bereits. „Sie kommen mit großer Herzlichkeit und Freundlichkeit, sind stolz auf ihren Pflegeberuf und außerdem sehr katholisch geprägt. Ich erlebe es, dass sie sich bei katholischen Trägern sehr wohlfühlen“, so Schneider.

Auf den Philippinen, so berichtet die Botschafterin Melita Santa Maria-Thomeczek, leben 110 Millionen Menschen mit einem Durchschnittsalter von 23 Jahren. Bereits in den Jahren 1960 bis 1980 suchten viele ausgebildete Pflegekräfte Arbeit in Deutschland, was aber durch die strengen Einwanderungs-Möglichkeiten beschränkt wurde. Seit dem Winter 2013 kommen nun wieder verstärkt Filipinas, die „mit Herz und Verstand dabei sind, Menschen zu pflegen“, und damit auch ihrer Familie und ihrem Land helfen können. (Annette Krauß)