Kirchliche Statistik für 2018

Katholikenzahl im Erzbistum bleibt stabil

Im Erzbistum München und Freising leben weiterhin rund 1,7 Millionen Katholiken. Die Zahl ging nur leicht zurück. Zugenommen haben die Kirchenaustritte in der Erzdiözese.

Die Mariensäule vor den Türmen des Münchner Doms

München – Im vergangenen Jahr haben rund 1,674 Millionen Katholiken im Erzbistum München und Freising gelebt. Das entspricht auf dem Gebiet der Erzdiözese einem Anteil von etwa 44 Prozent an der Gesamtbevölkerung. Die Zahl der Katholiken ging damit nur leicht zurück, im Jahr 2017 waren es noch rund 1,695 Millionen (45 Prozent). Diese Zahlen gehen aus der Kirchenstatistik für 2018 hervor, die die Deutsche Bischofskonferenz am Freitag veröffentlichte.

Deutlich zugenommen hat dagegen die Zahl der Kirchenaustritte. Im zurückliegenden Jahr traten in der Erzdiözese 22.580 Menschen aus der katholischen Kirche aus. 2017 waren es noch 17.998, was somit einer Zunahme von etwa 25 Prozent entspricht.

"Spürbar machen, dass Glaube Sinn stiftet"

Der Generalvikar des Erzbischofs von München und Freising, Peter Beer, rief dazu auf, diese Zahlen als Ansporn zu verstehen: „Wir müssen überlegen, warum wir zu so vielen Menschen den Kontakt verloren haben. Wie können wir unsere Angebote qualitativ besser machen? Wie können wir Menschen erreichen?“, sagte Beer laut Mitteilung des Erzbischöflichen Ordinariats. Dabei gelte es, nicht nur entlang des bestehenden Angebots zu denken, so der Generalvikar, sondern die aktuellen Bedürfnisse der Menschen wahrzunehmen. „Wir müssen spürbar machen, dass der christliche Glaube wirklich Sinn stiftet und dem Leben eine gute Richtung gibt.“

Abgeschwächt wurde die hohe Zahl an Austritten teilweise durch die Zuwanderung in das Gebiet des Erzbistums. Zudem traten 203 Menschen in die katholische Kirche ein, die Zahl der Wiederaufnahmen belief sich auf 704 (2017: 774).

Fast alle Kinder gehen zur Erstkommunion

Rund 158.000 Menschen nahmen an einem durchschnittlichen Wochenende an den Gottesdiensten teil (2017: 167.000), das sind 9,4 Prozent der Katholiken (2017: 9,9 Prozent). Etwa 3.400 Paare wurden im vergangenen Jahr auf dem Gebiet der Erzdiözese getraut, rund 14.300 Mal wurde die Taufe gespendet. Nach wie vor empfangen fast alle katholischen Kinder die Erstkommunion und die meisten die Firmung: 2018 gingen 98,5 Prozent der katholischen Kinder in der dritten Jahrgangsstufe zur Erstkommunion und 76,5 Prozent der Jugendlichen zur Firmung. Die Zahl der Beerdigungen ging mit rund 16.600 leicht zurück. (ksc/pm)

Eckdaten des Kirchlichen Lebens für Deutschland

Die beiden großen Kirchen haben im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg bei der Zahl der Kirchenaustritte verzeichnet. Auch der demografische Wandel trug dazu bei, dass die Zahl der Kirchenmitglieder in Deutschland von 44,8 Millionen im Jahr 2017 auf 44,14 Millionen gesunken ist. Damit gehörten 53,2 Prozent der Gesamtbevölkerung der katholischen Kirche oder einer evangelischen Landeskirche an. 2017 waren es noch 54,2 Prozent.

Insgesamt sind rund 23 Millionen Bundesbürger Mitglied der katholischen Kirche und 21,14 Millionen Mitglied einer der 20 Gliedkirchen der EKD. Das geht aus den von der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Freitag veröffentlichten Daten hervor.

Bei den Kirchenaustritten lagen die evangelischen Landeskirchen mit 220.000 weiterhin leicht höher als die katholische Kirche mit 216.078. Allerdings muss die katholische Kirche mit einem Plus von 29 Prozent eine stärkere Steigerung der Austrittszahlen hinnehmen als die EKD mit einem Plus von 11,6 Prozent. Für die Katholiken ist es die zweithöchste Zahl an Austritten seit dem Mauerfall. 2014 erreichte sie nach dem Skandal um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst den bisherigen Höchststand von 217.716. (kna)