Beliebte Hochzeitslocation

Jede Woche 45 Trauungen im Münchner Schloss Suresnes

Der ideale Ort für eine märchenhafte Hochzeit: das Schloss Surenes im Park der Katholischen Akademie in Bayern. Dabei ist es nur ein temporäres Ersatzstandesamt.

Im Schloss Suresnes im Park der Katholischen Akademie in Bayern kann standesamtlich geheiratet werden. © wikimedia/Fentriss

München – Heiraten im Schloss erfreut sich in München derzeit großer Beliebtheit. Für standesamtliche Trauungen ist Schloss Surenes im Park der Katholischen Akademie in Bayern bis Juli praktisch ausgebucht, wie die Bildungseinrichtung in der aktuellen Ausgabe ihrer Hauszeitschrift "zur debatte" berichtet. Seit Jahresbeginn seien 945 Termine vergeben worden. Das seien im Schnitt 45 Hochzeiten pro Woche.

Da Münchens beliebtestes Standesamt in der Schwabinger Mandlstraße seit Januar renoviert wird und noch bis Juli nicht zur Verfügung steht, leistete die Akademie nachbarschaftliche Hilfe, wie es heißt. Deren Rechnung zufolge wohnen jeder Feier rund 20 Menschen als Gäste bei. Die Trauungen fänden im Rondell des Schlosses statt, für einen Sektempfang stehe die Guardini-Bibliothek zur Verfügung. Im Park sei Platz für die Hochzeitsfotos vor prächtiger Fassade.

Barockes Lustschlösschen mit bewegter Vergangenheit

Suresnes ist das letzte erhaltene barocke Lustschlösschen, von denen es in und um München viele gab. Es hat eine bewegte Vergangenheit. Der Kabinettssekretär des Kurfürsten Max Emanuel ließ es sich von 1715 bis 1718 nach dem Vorbild des Chateau de Suresnes bei Paris erbauen. Der Überlieferung nach hatte er sich bei seinem Tod finanziell so verausgabt, dass seine Witwe beim Kurfürsten Geld für die Beerdigung erbat. Heutiger Eigentümer ist nach 28 Wechseln der Korbiniansverein der Erzdiözese München-Freising. Seit bald 50 Jahren darf die benachbarte Katholische Akademie es für ihre Veranstaltungen und die Beherbergung von Gästen mitbenutzen.

Der berühmte Maler Paul Klee hatte ab 1919 einige Monate sein Atelier im Schloss und schuf dort bedeutende Werke. 1919 fand im Schlösschen der steckbrieflich gesuchte rote Revolutionär und Dichter Ernst Toller Unterschlupf. Er war ein Kopf der in München proklamierten Räterepublik. Die Polizei entdeckte ihn hinter einer mit Bildern verhängten Tapetentür und verhaftete ihn. Auch dem Münchner Kardinal Reinhard Marx diente das Anwesen als kurzzeitiger Wohnsitz, bis die Renovierung des Erzbischöflichen Palais abgeschlossen war. (kna)