Thema Missbrauch bestimmt Bischofstreffen

"Im Schatten von Köln liegen erfolgreiche Aufklärungsvorgänge"

Nach "intensiven Gesprächen", so Bischof Bätzing, ist die erstmals als Online-Konferenz abgehaltene Frühjahresvollversammlung der katholischen Bischöfe zu Ende gegangen. Im Mittelpunkt stand erneut die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals.

Bischof Georg Bätzing bei der Abschluss-Pressekonferenz der Frühjahresvollversammlung der katholischen Bischöfe

Bonn/München - Es ist ein Kampf gegen alte Fehler, gegen ein fatales Bild, das die öffentliche Meinung zeichnet, und gegen die Gefahr, die wirklich Betroffenen aus dem Blick zu verlieren: <link https: mk-online.de external-link-new-window internal link in current>Das Thema sexueller Missbrauch im Bereich der katholischen Kirche hatte die katholischen Oberhirten auch <link https: mk-online.de meldung external-link-new-window internal link in current>bei ihrer digitalen Vollversammlung fest im Griff.

Zum Abschluss der Beratungen präsentierte der Vorsitzende <link https: www.dbk.de external-link-new-window internal link in current>der Deutschen Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Georg Bätzing, in einer Video-Pressekonferenz die Ergebnisse. Seine Botschaft: Die Oberhirten seien mit allen Kräften dabei, die Selbstverpflichtungen, die sie nach der Präsentation der groß angelegten Missbrauchsstudie 2018 (MHG-Studie) eingegangen seien, umzusetzen. Es gehe der Kirche vor allem darum, Betroffene und externe Fachleute stärker zu beteiligen. Zugleich räumte Bischof Bätzing ein, dass dies nicht in allen Diözesen mit dem gleichen Tempo geschehe.

Materielle Anerkennung

Auf Ebene der Bischofskonferenz hat aber immerhin die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA) seit dem 1. Januar dieses Jahres ihre Arbeit aufnehmen können. Sie soll dafür sorgen, dass die „materielle Anerkennung des Leids“ Betroffener nach einem transparenten, einheitlichen und unabhängigen Verfahren abläuft. Bischof Bätzing sagte, er sei dankbar für die Arbeit der Kommission und habe den Eindruck, dass die von Missbrauch Betroffenen das Angebot wahrnähmen.

Natürlich kam Bischof Bätzing auch nicht umhin, auf die Aufarbeitung früherer Fälle sexuellen Missbrauchs durch Geistliche im Erzbistum Köln einzugehen, die viele Medien, aber auch Gläubige aktuell von einem erneuten „Skandal“ sprechen lässt. Ein erstes Aufarbeitungs-Gutachten hatte Kardinal Rainer Maria Woelki nicht veröffentlichen lassen, weil er es für fehlerhaft und nicht rechtssicher hielt. Zugleich kündigte er ein zweites Gutachten an, das der Öffentlichkeit am 18. März vorgestellt werden soll. Kritiker werfen ihm dennoch mangelnden Aufklärungswillen und schlechte Kommunikation vor.

"Desaster" für Kirche

Der Konferenzvorsitzende Bischof Bätzing räumte erneut ein, dass die Situation ein „Desaster“ für die Kirche sei und er Kardinal Woelki mehrfach zu einer Veröffentlichung des ersten Gutachtens geraten habe. Dennoch glaube er weiterhin an den Aufklärungswillen des Kölner Erzbischofs. Zudem sei es zu „kurzschlüssig“, allein den Fokus auf Woelki zu richten. „Alle Bischöfe tragen Verantwortung für die Lage und wir alle müssen uns der Kritik stellen.“ Im „Schatten von Köln“ lägen erfolgreiche Aufklärungsvorgänge, betonte Bischof Bätzing.

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Kirche und Missbrauch