Total Sozial

Im Lichtblickt Hasenbergl werden die Kinder wieder fit für die Schule

Die Schulen sind wieder offen, aber damit ist die Pandemie noch lange nicht vorbei. Denn die Kinder, die zum Lichtblick Hasenbergl kommen, sind noch lange nicht wieder aufnahmefähig. Zu heftig waren die Einschnitte und psychischen Belastungen

Johanna Hofmeir hat Lichblick Hasenbergl vor fast 30 Jahren gegründet als Anlaufstelle für besonders belastete Kinder und Jugendliche, die durch das bestehende soziale Netz rutschen. © KJF München und Freising

Zu viel ist passiert in der Pandemie. Homeschooling auf engstem Raum mit Eltern, die Existenzängste ausstehen, weil der Job im Niedriglohnbereich wackelt oder gleich ganz weg ist. Gleichzeitig sind Behörden nur noch digital erreichbar, womit nicht alle Menschen umgehen können. Das Ergebnis: Anträge werden falsch oder gar nicht gestellt und so kommen nicht mal die Unterstützungsleistungen bei den Familien an. Sie können nicht mal mehr die Miete zahlen. Und oft reicht es nicht zum Einkaufen. Im Lichtblick Hasenbergl werden deshalb derzeit sogar Lebensmittelpakete gepackt. Mittendrin die Kinder, die in den letzen Monaten irgendwie am Computer hätten lernen sollen. Das hinterlässt tiefe Spuren in den Kinderseelen. Einrichtungsleiterin Johanna Hofmeir hat schnell festgestellt, dass die Kinder so unter diesem Stress leiden, dass sie überhaupt nicht in der Lage sind, zu lernen. Deshalb macht sie jetzt unter anderem ein Programm, bei dem die Kinder wieder lernen, Kinder sein zu dürfen: Mit Fahrradfahren und Walzer tanzen. Und dann kommt erst die Schule.

Die Autorin
Brigitte Strauß-Richters
Radio-Redaktion
b.strauss-richters@st-michaelsbund.de