Erzbistum Berlin

Heiner Koch offiziell zum Bischof ernannt

Papst Franziskus hat den Dresdner Bischof Heiner Koch zum neuen Erzbischof von Berlin ernannt. Dies gaben der Vatikan und das Erzbistum zeitgleich am Montag bekannt. Der 60-jährige Koch folgt auf Kardinal Rainer Maria Woelki, der im vergangenen September Kölner Erzbischof wurde.

Bischof Heiner Koch (imago/Jörn Haufe)

Berlin - Der designierte Erzbischof Heiner Koch tritt sein Amt in Berlin aber frühestens im September an. Die Einführung erfolge erst nach der Zeit der Sommerferien, kündigte der Berliner Diözesanadministrator Tobias Przytarski an. Der Termin werde mit Koch, der Deutschen Bischofskonferenz und der Nuntiatur noch abgestimmt, sagte der Prälat. Er leitet das Erzbistum übergangsweise bis zum Amtsantritt des neuen Erzbischofs.

Der 60-jährige Koch folgt auf Kardinal Rainer Maria Woelki, der im vergangenen September Kölner Erzbischof wurde. Koch ist erst seit gut zwei Jahren Bischof der Diözese Dresden-Meißen. Rother räumte ein, dass die Wahl Kochs "Bestürzung und Irritation im Bistum Dresden-Meißen auslöst". Zugleich betonte er: "Die freudige und herzliche Aufnahme, die er dort gefunden hat, wünschen wir ihm auch hier."

Auch Przytarski äußerte sein "Mitgefühl" für die Katholiken des Nachbarbistums. Er erinnerte an seinen eigenen "Protest" gegen den Wechsel Woelkis nach Köln. In dem Abschiedsgottesdienst hatte Przytarski kritisiert, die Schlüsselstellung Berlins für die katholische Kirche in Deutschland werde nicht überall erkannt, wenn nun zum wiederholten Mal ein Bischof in ein anderes Bistum abberufen werde.

Deutscher Familienbischof

Przytarski würdigte Koch zugleich als "sehr offen und herzlich", der gut auf andere Menschen zugehen könne. Auch als "Familienbischof" der Deutschen Bischofskonferenz habe er "viel Einblick und Verständnis" für die Situation anderer Menschen erhalten. Zudem könne er "mit Politik und Medien gut umgehen".

Unter Kochs künftigen Hauptaufgaben nannte Przytarski die "große Herausforderung", die von Woelki eingeleitete Reform der Gemeindestrukturen zu Ende zu führen. Als weiteres Projekt führte der Prälat die Kathedralsanierung an. Die Zeit seit dem Weggang Woelkis sei genutzt worden, um eine Entscheidung durch den neuen Erzbischof vorzubereiten. Überdies stehe auch Koch vor der Aufgabe, die Präsenz der katholischen Kirche in der Hauptstadt etwa durch eine neue Wissenschaftseinrichtung zu stärken.