Beginn der Fastenzeit

Hautreizungen durchs Aschekreuz?

Schluss mit lustig: Mit dem Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Das Aschenkreuz ist für katholische Christen ein Symbol der Vergänglichkeit des Lebens. In diesem Jahr wird zur Vorsicht geraten.

Asche im Münchner Dom - ohne Wasser

München/Freiburg – "Zu Asche, zu Staub", so könnte in jedem Jahr auch das Motto des Aschermittwochs lauten. Nach der turbulenten Karnevalszeit beginnt die 40-tägige Fastenzeit. Im Gottesdienst segnet der Priester Asche, legt sie den Gläubigen auf die Stirn und verweist auf die Schöpfungsgeschichte aus dem Alten Testament: "Bedenke, Mensch, dass Du Staub bist und zu Staub zurückkehrst."

Gut möglich allerdings, dass das Ritual in diesem Jahr in vielen Gemeinden in etwas veränderter Form praktiziert und das Aschenkreuz ein wenig schlechter zu sehen sein wird. Denn in ihren Amtsblättern haben mehrere katholische Diözesen vor Gesundheitsgefahren gewarnt, die durch die Vermischung von Asche und Wasser entstehen könnten. Der Hintergrund: Am Aschermittwoch 2018 hatten Gottesdienstteilnehmer einer Gemeinde im Erzbistum Freiburg nach dem Auftragen des Aschekreuzes zum Teil schwere Hautverätzungen auf der Stirn erlitten. Das Landeskriminalamt leitete daraufhin labortechnische Untersuchungen ein. Und das Erzbistum warnte anschließend vor "möglichen, teilweise erheblich gesundheitsgefährdenden Folgen durch den Kontakt einer Mischung aus Asche und Wasser mit menschlicher Haut". Im Amtsblatt wurde den Pfarrern ausdrücklich der Gebrauch einer solchen Mischung untersagt.

Keine Probleme in München

Domzeremoniar Diakon Bernhard Stürber ist überrascht, dass in Freiburg solche Probleme auftauchten. „Ich kenne es aus dem Dom und anderen Pfarreien im Erzbistum München und Freising überhaupt nicht, dass Asche mit Wasser für ein Aschekreuz angemischt wird“, sagt er. Das widerspräche der Tradition und stehe so nicht in liturgischen Büchern. Da sei die Rede von dem „Auflegen der Asche“ oder dem „auf´s Haupt streuen“. Nirgendswo finde er den Hinweis, dass damit ein sichtbares Kreuz auf die Stirn gezeichnet werden soll. Und, trockene Asche, die im Dom zumeist vom Verbrennen der Palmbuschen und des letztjährigen Osterfeuers stamme, berge nicht die Gefahr von chemischen Reaktionen und damit verbundenen Hautreizungen, erklärt der Domzeremoniar. Natürlich werde die Asche vor der Auflegung auch in München mit Weihwasser gesegnet „Dabei ist der Kardinal aber immer sehr vorsichtig und deutet eine Segnung höchst mit ein paar Tropfen Weihwasser an. Nicht zuletzt, weil sonst eine riesige Sauerei auf dem schneeweißen Altartuch entstehet“, erzählt Stürber lachend.

Dass das Weihwasser keine Gefahr darstellt, betont auch die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift "Gottesdienst". Für Gottesdienstbesucher im Erzbistum besteht also keine Gefahr und die Ascheauflegung kann wie gewohnt erfolgen. (kna/sts)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Fastenzeit