Adventsaktion

Gottesdienste unterm Sternenhimmel

In der Kirche Christkönig in München-Nymphenburg richtet fast jeder Gottesdienstbesucher seinen Blick an die Decke. Denn diese hängt voller Papiersterne. Sie sind ein sichtbares Zeichen für Gemeinschaft.

Jeden Mittwoch und Freitag finden in Christkönig Gottesdienst unterm Sternenhimmel statt. © SMB/Sichla

München – Die moderne Kirche ist in ein bläuliches Licht getaucht und von der Decke hängen über 1.200 gelbe Papiersterne. Ganz sanft und sacht bewegen sie sich. Beim Eintreten sind viele „Ahs“ und „Ohs“ zu hören. Dabei wird unweigerlich der Kopf nach oben gerichtet. Kerzen in den Bänken und vor dem Altar versprühen eine besinnliche Atmosphäre. Eine Woche haben die Aufbauarbeiten in der Kirche gedauert, erzählt Pfarrvikar Alois Emslander. Allein zwei Tage habe das Aufhängen gedauert. Der Sternenhimmel sei eine Gemeinschaftsaktion, so Emslander. Jeder aus der Pfarrei konnte sich das Material abholen und zuhause basteln. Die Idee dahinter sei gewesen, etwas gemeinsam zu gestalten - in einem Jahr, in dem man nicht zusammen kommen kann wie sonst.

Gott ist wie ein Stern am Himmel

Wie der Stern am Himmel sei auch Gott immer da und schaue auf jeden Einzelnen, sagt Emslander.  Auch dann, wenn wir ihn durch die Wolken manchmal nicht sehen. Und er fügt hinzu: Um ihn klar zu sehen, müssten wir manchmal auch bewusst in den Himmel schauen. Gerade im Jahr 2020 solle der Sternhimmel in der Kirche die Menschen daran erinnern, „dass es jemanden gibt, der da ist und leuchtet. Auch jetzt, hier, bei uns.“.  Jeden Mittwoch und Freitag im Advent finden in der Pfarrei Christkönig nun in München-Nymphenburg sogenannte „Sternstunden“ statt, also Gottesdienste unter dem Sternenhimmel.

Unterschiedliche Sterne

Auf den ersten Blick sehen die Sterne alle gleich aus. Doch bei näherer Betrachtung sind Unterschiede zu erkennen. Die einen mit Glitter, auf anderen stehen Namen und wieder andere sind aus Notenblättern gebastelt. Bis zum 10. Januar werden sie die Decke der Kirche noch schmücken. Es gibt auch bereits Überlegungen, was mit den Sternen danach geschieht. Als „Sinnbild für Gottes Nähe“ gibt es die Idee, sie an Menschen zu verschenken. Vielleicht werden sie aber auch nächstes Jahr wieder zum Einsatz kommen. Egal, für welche Idee man sich entscheidet, es solle damit ein Zeichen gesetzt werden, so Emslander. So ist eines sicher: Im Papierkorb werden sie nicht verschwinden.

Die Autorin
Katharina Sichla
Teamleiterin mk online
k.sichla@st-michaelsbund.de

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Advent & Weihnachten