Essensausgabe in Antoniuskirche

Gastfreundliches Gotteshaus

Die Coronakrise trifft bedürftige Menschen besonders hart. Die Antonius-Küche in der Münchner Isarvorstadt hilft mit einer warmen Mahlzeit. Ein humanitäres Leuchtturm-Projekt in schweren Zeiten.

Rund 130 bedürftige Münchnerinnen und Münchner holen sich werktags eine warme Mahlzeit in der Antonius-Küche ab.

München – Mit Blick auf die tägliche Essensausgabe der Antonius-Küche in der Münchner Pfarrkirche St. Anton betont Bruder Bernd Kober OFMCap, Leiter des Pfarrverbandes Isarvorstadt, die Bedeutung von offenen Türen kirchlicher Gemeinden für die Menschen, die „auf der Suche nach dem nächsten Weg in ihrem Leben sind“.

In der neuen Folge der Videoreihe „Mittwochsminuten“ verdeutlicht der Kapuziner: „Wir haben gerade Ostern gefeiert, ein Fest der Hoffnung, bei dem eine Tür aufgeht, die keiner vermutet hat. Es hat sich ein Weg gezeigt, wo kein Weg war.“ Die Antonius-Küche solle deshalb „ein Ort der Hoffnung sein“, der deutlich mache, „dass Türen aufgehen und der Weg des Lebens weitergeht“.

Großer Zuspruch

Seit vergangenem Dezember ist das Gotteshaus (Kapuzinerstraße 36) gegenüber dem Eingang zum Alten Südfriedhof auch ein Ort der Essenausgabe für arme und armutsgefährdete Menschen. In einer Seitenkapelle der im Jahr 1895 geweihten neuromanischen Kapuzinerkirche stehen Kühlschränke und Öfen zum Aufbewahren und Wärmen der eingeschweißten Essensportionen zum Mitnehmen. Oft schon eine halbe Stunde, ehe die Essensverteilung beginnt, bildet sich eine Warteschlange.

Die Idee zu dieser Aktion ist laut Yvonne Müller, Projektleiterin der Antonius-Küche von der Caritas München, entstanden, weil „es in der Münchner Innenstadt nur sehr wenige Essensausgaben gibt“. Man habe sich deshalb zum Ziel gesetzt, „insbesondere im kalten Winter einen Ort zu ermöglichen, an dem die Menschen zusammenkommen und etwas essen und trinken können“, berichtet Möller. Es sei dabei nicht nur das Essen oder der Proviant wichtig, den die Menschen mit auf ihren weiteren Weg bekämen, sondern ebenso das „offene Ohr“, das die Helferinnen und Helfer für die Bedürfnisse und Geschichten der Menschen hätten. Eine diesbezügliche Anfrage der Caritas München sei bei der Gemeinde auf große Zustimmung gestoßen.