Gesundheitsminister Huber im Alveni-Jugendhaus

Freistaat soll medizinische Versorgung für junge Flüchtlinge zahlen

Bayerns Gesundheitsminister Marcel Huber hat sich bei einem Besuch des Alveni-Jugendhauses in München dafür ausgesprochen, die Finanzierung der medizinischen Leistungen für junge Asylbewerber neu zu organisieren.

Gesundheitsminister Marcel Huber (rechts) mit Diözesan-Caritasdirektor Prälat Hans Lindenberger (links) und Alveni-Leiter Jürgen Keil (Bild: Sankt Michaelsbund)

Aus seiner Sicht soll dafür zukünftig nur noch der Freistaat und nicht mehr die Gesundheitskassen aufkommen, sagte Huber dem Münchner Kirchenradio bei seiner Visite in der Caritas-Einrichtung.

Junge Flüchtlinge müssten an die Ärzte herankommen, die sie brauchen. Der Leiter des Alveni-Jugendhauses, Jürgen Keil, hatte zuvor bei einem Rundgang durch die Einrichtung das komplexe Krankenschein-System kritisiert, dem die jungen Flüchtlinge ausgeliefert seien. Viele Ärzte lehnten eine langfristige Zusammenarbeit mit dem Alveni-Haus ab, weil der bürokratische Aufwand für die medizinische Behandlung zu groß sei, so Keil. Die meisten der jungen Asylbewerber seien traumatisiert und auf eine kontinuierliche Behandlung angewiesen. Da die medizinische Versorgung der jugendlichen Flüchtlinge in den Zuständigkeitsbereich des Sozialministeriums fällt, will sich Huber bei Sozialministerin Christine Haderthauer dafür einsetzen, dass der Zugang zu medizinischen Leistungen für die jungen Flüchtlinge neu geregelt wird. Der CSU-Politiker kündigte außerdem an, dass sein Ministerium Schwimmkurse für die jungen Männer finanzieren wolle. Das Präventionsprojekt soll ihnen helfen, sich im sprichwörtlichen Sinne über Wasser halten zu können. Huber lobte generell die Flüchtlingsarbeit der katholischen Kirche. Sie leiste „tolle Arbeit mit schwierigen jungen Leuten, die ein fürchterliches Schicksal hinter sich haben“.

Im Münchner Alveni-Jugendhaus leben zurzeit 47 junge Männer zwischen 16 und 21 Jahren. Die meisten von ihnen kommen aus Afghanistan. Neben medizinischer Betreuung versucht die Einrichtung, die jungen Asylbewerber in den deutschen Alltag zu integrieren. Sie hilft ihnen zum Beispiel bei den Hausaufgaben für die Schule und vermittelt Lehrstellen. (ph)