Urlaub mit Mama oder Papa

Erzbistum hilft Alleinerziehenden

Für viele Familien geht es in diesen Tagen und Wochen in den wohlverdienten Urlaub. Doch nicht alle können es sich leisten, wegzufahren. Besonders betroffen sind Alleinerziehende. Das Erzbistum München und Freising bietet hier Hilfe und Unterstützung an.

Badespaß erwartet die Alleinerziehenden mit ihren Kindern.

München – 39,6 Prozent der Alleinerziehenden können nicht in den Urlaub fahren, weil ihnen dafür das Geld fehlt. Das geht aus Zahlen des Europäischen Statistikamts Eurostat hervor. Im Erzbistum München und Freising setzt sich Susanne Ehlert dafür ein, dass auch diese Mamas oder Papas mit ihren Kindern einen schönen Urlaub verbringen können. Die Leiterin der Fachstelle für Alleinerziehende im Erzbischöflichen Ordinariat sagt: „Unsere Devise ist: Am Geld soll es nicht liegen. Es gibt verschiedenste Zuschussmöglichkeiten.“

Susanne Ehlert und ihr Team helfen aber nicht nur bei der Finanzierung. Die Fachstelle organisiert auch gleich die ganze Reise. In diesen Sommerferien geht’s zum Beispiel zum ersten Mal nach Rom, mit 14 Müttern und 14 Kindern. „Wir wollen auf jeden Fall den Papst treffen, das antike und das kirchliche Rom kennenlernen und auch einen Tag ans Meer fahren.“ So soll neben kulturellen und religiösen Highlights auch „la dolce vita“ nicht zu kurz kommen. Für die Alleinerziehenden bedeutet das sozusagen das Rundumwohlfühlpaket. „Sie können sich in den Bus setzen und aufhören zu denken“, so Ehlert. Das Planen und Organisieren der Reise übernimmt komplett die Fachstelle. Denn neben der finanziellen Belastung, die so ein Urlaub für die Alleinerziehenden mit sich bringt, ist ein weiteres Problem der Zeitaufwand. Viele würden einfach im stressigen Alltag gar nicht dazu kommen, eine Urlaubsreise zu organisieren, so Ehlert.

"Helden" für die Kinder

Eine weitere Besonderheit der Ferienfahrten ist, dass sowohl für die Erwachsenen als auch für die Kinder Programm geboten ist. Dafür sind extra Kinderbetreuer mit dabei, die immer für eine bestimmte Zeit des Tages etwas mit den Kindern unternehmen. Die heute 20-jährige Anja Fischer aus München war früher selbst oft als Kind dabei und denkt gerne an die Urlaube zurück: „Man hat immer neue Freunde gefunden und neue Leute kennengelernt. Und die Betreuer waren für mich damals die Helden, weil sie sich immer etwas Tolles ausgedacht haben, was super viel Spaß gemacht hat.“

Heute ist Anja selbst so eine Heldin und fährt regelmäßig als Betreuerin mit. Ob malen, basteln, Fußball und Volleyball spielen oder auch Zöpfe flechten – sie schaut darauf, dass die Kinder einfach ganz viel Freude haben. Von einem Pauschal-Urlaub mit Animationsprogramm unterscheiden sich die Fahrten aber trotzdem, vor allem für die Eltern, weiß Susanne Ehlert: „Es sind alles Alleinerziehende, die sich in dieser Gruppe einfach nicht rechtfertigen müssen, warum sie ohne Partner unterwegs sind.“ Viele Alleinerziehende würden sich ansonsten oft im Urlaub schwer tun, Anschluss zu finden, so Ehlert weiter. Das müssen die Mamas oder Papas bei den Ferienfahrten der Erzdiözese nicht befürchten. „Trotzdem gibt es natürlich auch immer genügend Zeiten, die man für sich alleine verbringen kann, wenn man das möchte“, sagt Susanne Ehlert. Denn schließlich soll jeder im Urlaub einfach eine schöne Zeit haben und sich rundum wohlfühlen.

Die Romreise ist zwar schon voll, aber es gibt auch immer wieder Tagesausflüge und auch die Ferienfahrten im nächsten Jahr sind schon geplant: in den Pfingstferien geht’s nach Südtirol und in den Sommerferien an die Nordsee auf die Insel Spiekeroog. Alle Angebote für Alleinerziehende im Erzbistum München und Freising und die Infos, ab wann und wie man sich anmelden kann, finden Sie hier. (Lydia Jäger)