Sankt Isidor in Götting

Eine Kapelle für die ganze Schöpfung

Baugerüste an einer alten Kirche – das ist kein seltener Anblick. Auch die kleine Kapelle zum heiligen Isidor im Bruckmühler Ortsteil Linden im Landkreis Rosenheim ist teilweise eingerüstet. Der Grund dafür ist aber gar nicht alltäglich: Spechte haben die Holzschindeln des Kirchturms offenbar mit einem Baum verwechselt und ihnen arg zugesetzt.

(Bild: Andrea Izzotti - Fotolia.com)

Bruckmühl - „Wir haben bemerkt, dass Nässe in den Kirchturm gedrungen ist“, sagt Kirchenpfleger Alois Fuchs. Schuld ist der Specht. Er hat die Holzschindeln des Türmchens derart heftig bearbeitet, dass sie undicht wurden. Nun kommt ein Kupferdach auf den Turm der Isidor-Kapelle, die es bereits seit 1646 in Linden gibt.

Auch die Westfassade des Gebäudes, das eine Nebenkirche der Pfarrei Götting ist, wurde vom Specht in Mitleidenschaft gezogen, erklärt Fuchs. Bereits im vergangenen Herbst wurden dort die schadhaften Schindeln ausgebessert oder durch neue Zedernholzschindeln ersetzt. „Wir hoffen, dass wir damit Ruhe haben“, so der Kirchenpfleger im Münchner Kirchenradio. Alle Arbeiten seien in Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege und dem erzbischöflichen Baureferat erfolgt. 18.000 Euro kostet die Renovierung. In diesen Tagen soll sie abgeschlossen werden.

Die Isidor-Kapelle ist übrigens nicht nur bei Spechten beliebt. Auch Fledermäuse haben hier einen Rückzugsort. An den drei Schalllöchern im Glockenturm gibt es laut Alois Fuchs extra kleine Schlupflöcher für sie. (ksc/chm)