Ministerin Nahles im Berufsbildungswerk

Eine gute Investition

50 Jugendliche des Berufsbildungswerks Kirchseeon haben es geschafft: Sie dürfen sich frischgebackene Gesellen nennen - trotz psychischem Handicap. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles stellte bei ihrem Besuch klar, warum es kirchliche Einrichtungen wie diese auch in Zukunft geben muss.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles ließ sich von den Auszubildenden in der Backstube über das Breznbacken unterrichten. (Bild: Sankt Michaelsbund/Hasel)

Kirchseeon - Dass es auch für Jugendliche mit psychischen und sozialen Handicaps möglich ist, einen Ausbildungsplatz und in der Folge eine Festanstellung zu bekommen, zeigt das Beispiel 50 frischgebackener Gesellen des Berufsbildungswerks Kirchseeon. In ihrem jeweiligen Fachbereich haben sie die dreijährige Ausbildung zum Bäcker, Schreiner oder Gärtner erfolgreich abgeschlossen. Zur Vergabe ihrer Abschlusszeugnisse war ein ganz besonderer Gast gekommen: Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles hielt die Abschiedsrede für die Absolventen.

Der erste Weg führte Nahles zunächst einmal in die Backstube, wo sie von Auszubildenden im Breznbacken unterrichtet wurde. Anschließend schaute sie den Azubis im Internat beim Grillen über die Schulter. Die Eindrücke der Ministerin waren dabei durchwegs positiv: „Wir brauchen dringend Menschen, die ein gutes Handwerk können und gerade die mit Startschwierigkeiten werden optimal gefördert.“ Nahles lobte die Vermittlungsquote in die reguläre Arbeit, die in Kirchseeon mit 70 Prozent sehr hoch sei. Die Einrichtung sei „ein gutes Invest“ der Kirche, von dem sie hofft, dass es auch in Zukunft Bestand hat. Außerdem stellte Nahles die Stellung der Kirche in der Gesellschaft heraus: sie solle sich nicht zurückziehen „sondern Akteur sein und Vorbild“ - die katholische Einrichtung in  Kirchseeon sei wohl das beste Beispiel dafür.

Das Berufsbildungswerk der Stiftung St. Zeno schreibt Erfolgsgeschichten. Eine davon ist die Geschichte von Lena Schneider. Am Ende ihrer dreijährigen Ausbildung in der Backstube in Kirchseeon freut sich Lena nun auf ihre Festanstellung ab September bei einem Traditionsbäcker. Nichtsdestotrotz blickt sie gern zurück: "Es hat sehr viel Spaß gemacht. Mir fehlt's jetzt schon hier." Wie bei Lena hat sich auch für viele andere "das ganze Arbeiten gelohnt", wie der Geschäftsführer des Berufsbildungswerks, Bernd Zimmer, betont. Beste Chancen prophezeit er auch seinen zukünftigen Absolventen: Derzeit seien die Chancen auf dem Arbeitsmarkt in Bayern und im Raum München gerade im Gastronomiebereich sehr günstig. (taw)