Oktoberfestnächte als Graphic Novel

"Ein Taxi ist manchmal ein Beichtstuhl"

Beruflich sei er Illustrator, leidenschaftlich Comiczeichner, sagt Frank Schmolke von sich. Seine Graphic Novel über einen Münchner Taxifahrer zur Wiesnzeit geht unter die Haut.

Mit relativ harten Strichen nähert sich der leidenschaftliche Comiczeichner dem Hexenkessel Oktoberfest. Sein Held, der Taxifahrer Vincent bekommt Ärger, weil sein Auto nicht so ganz sauber bleibt. Wie in einem Zoom zeigt uns Frank Schmolke dessen Gesicht in immer größerer Ansicht. Er zeichnet Figuren, die psychologische Tiefe haben und richtet den Pinselstrich am Charakter seiner Figuren aus. Taxifahrer Vincent in „Nachts im Paradies“ steht ziemlich unter Strom er hat Stress mit dem Taxiunternehmer, chronisch zu wenig Geld, kaum Zeit zum Leben. Ein merkwürdiger Kunde will ihn zum Leibwächter einer russischen Edelprostituierten machen und dann verschwindet auch noch seine jugendliche Tochter im Dschungel einer Oktoberfestnacht. Dramatisch spitzt sich das Geschehen zu, ohne dass es überzogen wirkt. Schmolke setzt auf den Realismus des selbst Erlebten. So gelingt ihm eine dichte und packende und Graphic Novel, in Schwarz und Weiß gezeichnet, aber was ihre Charaktere anbetrifft mit viel mehr Schattierungen.

Buchtipps

Frank Schmolke: Nachts im Paradies, Graphic Novel. Edition Moderne, 350 S.

29,80 € inkl. MwSt.

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