15 Jahre Lesetraum

Ein Leben ohne Bücher? Unvorstellbar!

Die Buchhandlung Lesetraum des Sankt Michaelsbundes (SMB) wird 15 Jahre alt. Ein Grund zu Feiern und den Kunden und Literaturfreunden Danke zu sagen.

© Susanne Hornberger/SMB

München – Ein Fauchen erfüllt die Buchhandlung Lesetraum. Jasmins Haut ist kreideweiß, ihre Augen sind tiefschwarz ummalt, die Lippen blutrot. Ein kleiner hübscher Vampir geistert herum. Buchhändlerin Ina Winkler hat mit viel Liebe zum Detail die Zehnjährige geschminkt. Es ist Feierzeit in der Buchhandlung Lesetraum des Sankt Michaelsbundes (SMB). Es ist Zeit, den Kunden Danke zu sagen für 15 erfolgreiche Jahre gleich hinterm Stachus.

Während sich Kira, neun Jahre jung, gerade in einen „Phoenix oder irgendeinen Vogel“ verwandeln lässt und verrät, dass sie gerne Comics liest, steht einige Meter entfernt Leo mit Mama Julia und Buchhändlerin Rosemarie Hackenberg an einem der Regale mit Kinderliteratur und lässt sich beraten. Leo hört aufmerksam zu, dann entscheidet er sich für ein Buch mit einem grünen Monster auf dem Titel. „Bitte nicht öffnen, schleimig“ steht auf dem Buchdeckel. „Ich find die Überschrift spannend“, meint der Zehnjährige, „ich mag eh eher so Comic-Romane, einfach Bücher, die interessant aufgebaut und spannend sind.“ Mama Julia Pfeffer ist treue Lesetraum-Kundin. „Ich komme seit über zehn Jahren, weil das eine super Buchhandlung ist, in der man super beraten wird.“ Nach dem Bezahlen schnappen sich beide Muffins und ein Getränk. Auch Susanne Roehrl will mit den „netten Damen vom Lesetraum“ den 15. Geburtstag feiern. „Das ist so eine schöne Buchhandlung, ich komme so gerne hierher.“ Überhaupt: Ein Leben ohne Bücher könne sie sich gar nicht vorstellen.

Christina und Charlotte sind ganz vertieft in ihre Bücher. Papa Livonius hat seine Töchter gerne in den Lesetraum begleitet.
Christina und Charlotte sind ganz vertieft in ihre Bücher. Papa Livonius hat seine Töchter gerne in den Lesetraum begleitet. © Susanne Hornberger/SMB

Das gilt auch für zwei Mädchen, die am Schaufenster sitzen und ganz vertieft sind in ihre Bücher. Charlotte erzählt, dass sie ihrer Schwester Christina zu Weihnachten sogar schon ein Buch geschrieben hat. „Es ging um einen Ponyhof“, berichtet die Achtjährige und verrät, dass eine Fortsetzung folgen wird. Christina freut sich schon, liest sie doch gerne Pferdebücher. Jetzt aber fiebert sie Hannes, dem Zauberer, entgegen. Doch der hat Verspätung, weil er im Stau steht.

Aber dann verzaubert er Jung und Alt mit allerlei witzigen Tricks. Die Kinder hängen an seinen Lippen, lachen, machen mit. Stefan Eß, geschäftsführender Direktor des SMB, füllt anschließend Luftballons mit Helium und verrät, dass der Lesetraum künftig auch „Kreuze, Taufkerzen und religiöse Devotionalien anbieten wird. Ich denke, wir werden 2019 damit an den Start gehen“. Regina Heinritz, die Leiterin des Lesetraums, fügt hinzu: „Wir wollen das Geschäft um einen Raum erweitern, da wir einen großen Bedarf an schönen, religiösen Artikeln und Geschenkartikeln für alle Feste, für die ganze Familie haben. Das ist ein großer Meilenstein, den wir vor uns haben.“ Lächelt, und kümmert sich wieder um ihre Kunden.

Die Autorin
Susanne Hornberger
Münchner Kirchenzeitung
s.hornberger@st-michaelsbund.de

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