Heiligsprechung in Rom

Ein Abenteuer für Stadt und Pilger

Last-Minute nach Rom zur Heiligsprechung: davon rät der Leiter des deutschsprachigen Pilgerzentrums, Werner Demmel, dringend ab. Der Priester rechnet mit mehreren Millionen Pilgern. Jetzt noch ein Zimmer zu finden, sei reine Glückssache.

Für die meisten wird er bei der Heiligsprechung unerreichbar sein: der Petersplatz in Rom (Bild: imago/Insidefoto)

Rom – Seit Beginn der Karwoche steht das Telefon im deutschsprachigen Pilgerzentrum in Rom nicht mehr still. Es kämen sehr viele Anrufe und E-Mails von Gläubigen, die sich auf den letzten Drücker entschieden haben, in die Ewige Stadt zur Heiligsprechung der Päpste Johannes XXIII. und Johannes Paul II. zu fahren, berichtet der Leiter des Pilgerzentrums, Werner Demmel, im Münchner Kirchenradio. Viele davon wollten zum ersten Mal nach Rom. Die meisten suchten ein Quartier und fragten nach Eintrittskarten für den Heiligsprechungsgottesdienst mit Papst Franziskus. Einige wollten auch wissen, wie sie die Kommunion empfangen können, wenn sie es erst gar nicht bis auf den Petersplatz schaffen und die Messe nur beim Public Viewing mitverfolgen können.

Geduldig beantworten Pfarrer Demmel und sein Team alle Fragen, raten aber generell von einer Last-Minute-Reise ab. Niemand könne vorhersagen, wie der Tag der Heiligsprechung ablaufe, wenn eine Pilgerflut von geschätzten drei bis fünf Millionen tatsächlich die Stadt in Beschlag nimmt. Kurzfristig ein Zimmer zu finden, sei sowieso reine Glückssache, ergänzt der Münchner Diözesanpriester. Und auf den Petersplatz schafften es wahrscheinlich nur die, die dort die Nacht von Samstag auf Sonntag im Freien schlafen. Nicht nur für die Pilger, auch für die Stadt und den Vatikan sei die Heiligsprechung ein einziges Abenteuer, auf das die Römer aber insgesamt gelassen reagieren werden, meint Demmel. Auch wenn die Stadt wie beim Requiem für Johannes Paul II. im Jahr 2005 oder wie bei seiner Seligsprechung 2011 für einen Tag lahm gelegt sein sollte. (ph)