Ramadan

Durch gemeinsames Fastenbrechen Ängste abbauen

Kein Kaffee am Morgen, Mittagessen Fehlanzeige und ein Eis zwischendurch geht auch nicht - Muslime auf der ganzen Welt fasten einen Monat lang. Denn es ist Ramadan. Von der Morgen- bis zur Abenddämmerung dürfen sie nichts essen. Das Erzbistum München und Freising ruft zum gemeinsamen Fastenbrechen auf.

Das Erzbistum München und Freising ruft Muslime und Christen zum gemeinsamen Fastenbrechen auf. (Bild: imago)

München - Das Erzbistum München und Freising ruft katholische Pfarrgemeinden und Helferkreise für Flüchtlinge dazu auf, im Fastenmonat Ramadan muslimische Flüchtlinge zum Fastenbrechen am Abend einzuladen. Dies soll, wenn möglich, zusammen mit ansässigen Muslimen oder Moscheegemeinden geschehen, heißt es in einem Brief des Ordinariats. Die einheimische Bevölkerung habe oft Angst vor den Fremden. Umgekehrt sind die Flüchlinge auch in einer fremden Umgebung und wüssten nicht wie sie aufgenommen werden, sagte Andreas Renz, Fachreferent für interreligiösen Dialog im Erzbistum München und Freising, den Münchner Kirchennachrichten. Mit dem gemeinsamen Fastenbrechen sollen Ängste und Vorurteile auf beiden Seiten abgebaut werden.

Speisevorschriften achten

Wer Muslime zum Essen einlädt, sollte auf deren Speisevorschriften achten. So trinken Muslime beispielsweise keinen Alkohol und das Essen darf auch keine Bestandteile vom Schwein, wie etwa Gelatine, enthalten. Sinnvoll wäre es, die Speisekarte gemeinsam mit Muslimen zu erstellen und zu kochen, sagte Renz. In dem Schreiben des Ordinariats steht, dass für das vor dem Fastenbrechen stattfindende Abendgebet Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden, jedoch keine Kirchenräume. Ebenfalls wird empfohlen, dass ein Vertreter von kirchlicher Seite bei dem Essen ein Grußwort sprechen soll.

Geste der Anerkennung

Die Vize-Direktorin des Isamlischen Forums in Penzberg, Gönül Yerli, findet das eine „ganz tolle Sache“. Es sei eine unheimliche Geste des Respekts, der Toleranz und der Anerkennung, sagte sie den Münchner Kirchennachrichten. In muslimischen Ländern sei es Tradition, dass sich Familien gegenseitig zum Fastenbrechen einladen. Es spreche also nichts dagegen, auch nicht-muslimische Gäste am Abend zu empfangen.

Der muslimische Fastenmonat Ramadan findet dieses Jahr vom 18. Juni bis 16. Juli statt. In dieser Zeit sollen die Gläubigen von der Morgen- bis zur Abenddämmerung nichts essen und trinken. Traditionell wird das Fasten nach dem Abendgebet mit dem gemeinschaftlichen Mahl, auf Arabisch Iftar, gebrochen. (kna/lb/kas)