Der neue Ani

Die Wahrheit liegt nicht an der Oberfläche

Ein völlig anderes als das gewohnte Bild vom reichen München zeichnet Friedrich Ani in seinem neuen Roman, in dem er alle vier seiner bisherigen Ermittler tätig sein lässt. Ein junger Polizist wird erschlagen, Flüchtlingskinder wurden am Tatort gesehen.

© Tibor Bozi/SV

Fragen um Erlösung und Befreiung spielen eine Rolle. Das Personal besteht fast durchweg aus Menschen, die an einem Bruch in ihrer Lebensgeschichte laborieren. Manche leben am Rand der Obdachlosigkeit. Dazu gehört auch Tabor Süden, der Privatermittler und Grenzgänger bekannt aus vielen Ani-Krimis. So einer ist auch der Hauptverdächtige, der bereits ein Geständnis abgelegt hat. Ein in die Jahre gekommener Alleinunterhalter, dem "sein Leben abhanden gekommen ist" und der nichts mehr mit sich anzufangen weiß. Kann es sein, dass er sich opfert, um zwei Kinder zu schützen? Polonius Fischer ist nicht überzeugt von diesem Geständnis, die Wahrheit liegt tiefer, so stellt sich heraus.
Ein ganz typischer Ani, für Fans also ein Muss. Doch die verschiedenen Handlungsstränge mit den vier Ermittlern könnten etwas stärker miteinander verzahnt sein. Das Buch streift etwas ziellos durch die Stadt, wie manche der Figuren. Dabei geht’s um spannende Themen, es gibt sehr starke Szenen mit den beiden Flüchtlingsjungen aus Aleppo, oder auch die alte Rechnung, die Ermittlerin Nazri mit einem Kollegen offen hat.

Buchtipps

Friedrich Ani: All die unbewohnten Zimmer, Suhrkamp, 494 S.

22 € inkl. MwSt.

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