Sonnwend- und Johannifeuer im Erzbistum

Die längsten Tage des Jahres

An diesem Wochenende erleuchten im Erzbistum München und Freising wieder zahlreiche Johannifeuer die Nacht. Der eigentliche Johannistag wird immer am 24. Juni gefeiert. Das Datum dazu wurde aufgrund einer Angabe des Lukasevangeliums analog zum Datum von Christi Geburt berechnet. Es ist drei Monate nach Mariae Verkündigung und sechs Monate vor Weihnachten.

Erhellen die Nächte rund um den 24. Juni: Johannifeuer (Bild: André Hammon - Fotolia.com)

Die katholische Kirche begeht den Johannitag als Hochfest der Geburt Johannes des Täufers. Sonnwendfeuer gab es vermutlich schon in der vorchristlichen Zeit. Seit dem 14. Jahrhundert sind Johannifeuer belegt. Zu den Bräuchen zählt in der Johannisnacht der Tanz um das Feuer. Vor allem auf Bergen ist es ein altes Symbol für die Sonne und damit für Christus. Auch Johannes selbst hat mit Feuer zu tun, denn er gilt nach dem Propheten Maleachi als der Vorläufer Jesu. Johannes sagte, dass Christus mit „Feuer und mit Geist“ taufen werde.

Dem Volksglauben nach sollte das Johannisfeuer böse Dämonen abwehren, die Krankheiten hervorrufen oder Viehschaden bewirken. Auch Hagelschäden sollen abgewehrt werden, weshalb es auch als Hagelfeuer bezeichnet wurde. Johanni ist als Lostag in der Überlieferung für die Landwirtschaft und Wetter von zentraler Bedeutung. Die Sommersonnenwende leitet meist mit dem Ende der Schafskälte die Erntesaison ein. Die erste Heumahd soll spätestens bis Johanni erfolgt sein. In vielen Gegenden Deutschlands wird am Johannitag der letzte Spargel gestochen. Auch Pflanzen und Tiere sind nach Johannes dem Täufer benannte. So das Johanniskraut, das um diese Zeit blüht, die Johannisbeere, die um diese Zeit ihre Reife erreicht und die Johanniskäfer (Glühwürmchen), die ihre Leuchtkraft um die Johannisnacht entfalten. (sts)

Johannifeuer in München und dem Umland