Vortrag von Alexander Huber

Die Kunst, mit der Angst umzugehen

Was bringt einen Menschen dazu, eine 1000 Meter hohe Felswand in drei Stunden zu erklimmen oder von einem aussichtslosen Fall zum erfolgreichen Trainer zu werden? Extrembergsteiger Alexander Huber und Coach Alexander Egger geben Antworten und zeigen sich als Lehrmeister für die Jugend.

Alexander Huber in Aschau am Inn

Aschau am Inn – Nur mit einer Hand hält sich Alexander Huber an einem Felsvorsprung fest, während sich unter ihm eine tiefe Felswand dem Boden entgegenstreckt. Die Anspannung ist im Gesicht zu sehen, doch genauso die absolute Konzentration. Im Don Bosco Bildungswerk in Aschau am Inn erklärte Huber, wie man sich für solche Leistungen motiviert. „Der Berg ist ein bisschen wie das Leben, er reizt dich, schlägt dich zurück, und gibt dir doch die Möglichkeit, über dich hinauszuwachsen“, sagte Huber. Motivation, für manche ein rares Gut, vor allem dann, wenn gerade der Anfang des Lebens schwer ist.

Das ist bei vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Bildungswerk der Fall gewesen. Durch zum Beispiel psychische Krankheiten war eine normale Teilhabe an der Gesellschaft kaum möglich. Die Salesianer bieten ihnen nun eine Möglichkeit, ihren eigenen Weg für die Zukunft zu meistern.

Alexander Huber beim Vortrag
Alexander Huber beim Vortrag © SMB/Fleischmann

Der Neubeginn am Anfang des Lebens

Dass Ausbilder und Pädagogen immer wieder an ihre Grenzen stoßen, ist schlicht Normalität. Damit sie ihre Leidenschaft für die Arbeit nicht verlieren, trug am Fachtag in Aschau nicht nur Alexander Huber, sondern auch Alexander Egger vor – mit einer nicht weniger spannenden Geschichte.

Egger hatte eine der schwersten Formen von Neurodermitis und mehrere hundert Allergien. Daraus resultieren zunächst zwei Selbstmordversuche und dann eine Karriere als Motivationstrainer - glücklich verheiratet, mit Kindern. Wie das geht?

Die Inspiration der Menschen

„Es sind die Menschen, die an dich glauben“, sagte Egger, und weiter an die Pädagogen gerichtet: „Sie können jeden Tag inspirieren und motivieren. Wer an seine Schützlinge glaubt, der leistet bereits unglaublich wichtige Arbeit.“ Er selbst wäre froh gewesen, ein Angebot wie das Berufsbildungswerk zu seiner Zeit gehabt zu haben.

„Inspirierende Personen waren für mich meine Oma und ein Arzt, der mich behandelte“, so der gebürtige Salzburger. „Dann unterhielt ich mich mit einer damals 28-Jährigen, die aufgrund einer schweren Krankheit noch zwei Monate zu leben hatte. Das hat mich inspiriert.“ Nach jahrelanger Arbeit mit sich selbst heilte sein Körper und seine Seele. (Lukas Fleischmann)

Motivationstrainer Alexander Egger © SMB/Fleischmann