100 Jahre Landes-Caritasverband Bayern

Die große Idee der Nächstenliebe

Der Landes-Caritasverband Bayern feiert sein 100-jähriges Bestehen. Wie alles begann und wieviele Einrichtungen und Mitarbeiter der Verband heute vertritt, lesen Sie hier.

Heute vertritt der Landes-Caritasverband Bayern rund 6000 Einrichtungen. © fotolia/Photocreo Bednarek

München – "Große Anforderungen werden in der gegenwärtigen schweren Zeit an die katholische Caritas gestellt!“ Mit diesen Worten begann im Jahre 1917 der Aufruf, in dem katholische Wohltätigkeitsvereine und -anstalten in Bayern aufgerufen wurden, dem „Katholischen Caritasverband für das Königreich Bayern e.V.“ beizutreten. Ganz bewusst entschieden sich die bayerischen Bischöfe, die damals noch nicht Teil der Fuldaer Bischofskonferenz waren, die Initiative der drei Caritas-Ortsverbände Augsburg, München und Regensburg zu unterstützen, einen bayerischen Verband zu gründen, um den kulturellen, politischen und kirchlichen Besonderheiten Bayerns Rechnung zu tragen.

Der Landes-Caritasverband vertritt 115.000 Mitarbeiter

Der „Katholische Caritasverband für das Königreich Bayern“ bestand als Verein nur bis 1922. Stattdessen wurde im selben Jahr eine Hauptvertretung des Deutschen Caritasverbandes in München eingerichtet, mit einem bayerischen Geistlichen besetzt und die zwischenzeitlich gegründeten bayerischen Diözesanverbände in einer Landesarbeitsgemeinschaft „Caritasverband in Bayern“ zusammengeschlossen. Im Jahr 1952 gründeten sie den „Deutschen Caritasverband Landesverband Bayern e.V.“ in seiner heute noch bestehenden Form.

Heute vernetzt und vertritt der Landes-Caritasverband Bayern die Interessen seiner sieben Mitglieder, den bayerischen Diözesanverbänden, mit rund 6.000 Einrichtungen und Diensten und rund 115.000 Mitarbeitenden. Gerade als sozialen Dienstleister nehmen viele Menschen die Caritas in Anspruch und als solcher wird sie auch in der Öffentlichkeit wahrgenommen: in Kindertageseinrichtungen, in der Jugendhilfe, in Diensten und Einrichtungen der Behindertenhilfe, in Senioren- und Pflegeheimen, mit Fahrdiensten, der Allgemeinen Sozialen Beratung sowie der Hilfe und Beratung für Asylsuchende und Migranten, um nur einige der vielfältigen Leistungen der Caritas zu nennen.

An die "Ränder der Gesellschaft" gehen

Die christliche Motivation der Caritas und der Kontakt zu denen, die ihre Stimme oft nicht selbst erheben können, geben ihr als kirchlichem Wohlfahrtsverband den Auftrag, anwaltschaftlich die Interessen der ihm anvertrauen Klientinnen und Klienten zu vertreten und sich im Austausch und der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit den öffentlichen Sozialleistungsträgern und der Politik einzubringen. Die Rolle als Akteur im gesellschaftspolitischen Diskurs nimmt der Landes-Caritasverband in verschiedenen fachlichen und fachpolitischen Gremien auf Bayern- und Bundesebene wahr.

Ein wichtiger Auftrag im Selbstverständnis der Caritas ist es auch, solidaritätsstiftend tätig zu sein und an die vielzitierten „Ränder der Gesellschaft“ zu gehen – unabhängig von Hautfarbe, Religion oder Staatszugehörigkeit. Die Sorge und Liebe um und für den Nächsten: Das ist die große Idee, die vor rund 2.000 Jahren ihren Ausgang nahm, die heute so wichtig ist wie damals und die weit in die Zukunft weist. Und die großen Anforderungen der gegenwärtigen Zeit an die Caritas sind heute noch genauso aktuell wie vor 100 Jahren. (tu)

Zum 100-jährigen Bestehen des Bayerischen Landes-Caritasverbandes feiert Kardinal Reinhard Marx am Mittwoch, 21. Juni, in St. Johann Baptist in München-Haidhausen (Johannisplatz 22) um 14.30 Uhr einen Festgottesdienst. Der anschließende Festakt findet ab 16.15 Uhr in der Jugendkirche in der Preysingstraße 93 statt.