Caritas-Direktor zum Bayerischen Psychiatriegesetz

Der Faktor "Hilfe" muss ausgebaut werden

Der Caritas-Direktor der Erzdiözese München und Freising Georg Falterbaum hat sich weitestgehend positiv über die Änderungen im Bayerischen Psychiatriegesetz geäußert. Zwar gebe es aus Sicht der Caritas immer noch Nachholbedarf, allerdings sei die Überarbeitung kein Rückschritt mehr.

Caritas-Direktor Georg Falterbaum

München – Der Caritas-Direktor der Erzdiözese München und Freising Georg Falterbaum hat sich weitestgehend positiv über die Änderungen im Bayerischen Psychiatriegesetz geäußert. Zwar gebe es aus Sicht der Caritas immer noch Nachholbedarf, allerdings sei die Überarbeitung kein Rückschritt mehr.

Das vom bayerischen Sozialministerium geplante Gesetz hatte in seiner ersten Version erhebliche Empörung bei Sozialverbänden ausgelöst. Nach Protesten, die sich vor allem gegen eine zentrale Unterbringungsdatei für psychisch kranke Menschen richteten, ließ Ministerpräsident Söder das Gesetz überarbeiten.

„Ein Großteil der Punkte, die wir moniert haben, sind damit obsolet“, sagt Georg Falterbaum, „für die restlichen Kritikpunkte sind wir in einem engen, vertrauensvollen Gespräch mit dem Sozialministerium.“ Man sei zuversichtlich auch hier Fortschritte zu erreichen.

Kritik an Gewichtung des Faktors „Hilfe“

Nachholbedarf sieht die Caritas vor allem bei der Gewichtung des Faktors „Hilfe“ im neuen Gesetz. „Insgesamt vier Artikel behandeln das Thema Hilfe, wohingegen mehr als 30 das Thema Unterbringung ansprechen. Das ist aus unserer Sicht ein falsches Verhältnis“, so Falterbaum.

Diese Gewichtung nähre den Verdacht, dass psychisch kranke Menschen eine Gefahr für die Gesellschaft seien. Dabei seinen Depressionen, Schizophrenie oder schwere Alkoholsucht vor allem Krankheiten. Die Patienten bräuchten vor allem Hilfe und keine Stimatisierung.

Lob für den akuten Krisendienst

Einige Punkte des neuen Dienstes finden positive Anerkennung seitens der Caritas. Besonders froh sei man über die gesetzliche Etablierung eines akuten Krisendienstes in Bayern.

„Ein Dienst, den man telefonisch erreichen kann und der akut in einer Krise da ist, ist der richtige Weg“, sagt Georg Falterbaum. Wer sogar präventiv handle, helfe nicht nur schneller, sondern auch effizienter. „In diese Richtung müssen wir weiterdenken.“ (luf)

Der Autor
Lukas Fleischman
Radio-Redaktion
l.fleischmann@st-michaelsbund.de