Reisen

Der Dalai Lama begrüßt ihn wie einen Bruder

Alles wirkliche Leben ist Begegnung - hat der große Religionsphilosoph Martin Buber einmal gesagt. Jacob Blätte ist vielen spannenden Menschen begegnet: dem Dalai Lama, Helmut Kohl und auch Mutter Teresa. Sie hat sein Leben verändert.

Jacob Blätte ist auf seinen Reisen vielen Menschen begegnet.

Beruflich war Jacob Blätte viel unterwegs, denn er was Auslandsrepräsentant einer Rückversicherung, hatte also vor allem mit großen Unternehmen zu tun. „Aber wenn die offiziellen Termine vorbei waren, habe ich die Krawatte ausgezogen.“ So hat er fast die ganze Welt bereist – und viele Menschen kennen gelernt. Eine der wichtigsten Begegnungen war für ihn die mit Mutter Teresa. Getroffen hat er sie erstmals 1977, als er auf einer Dienstreise einfach in das Mutterhaus ihres Ordens in Kalkutta gegangen ist. „Sie begrüßte mich mit ausgestreckten Händen, nahm meine Hand und in diesem Moment ging eine menschliche Wärme auf mich über und ein Funke, den ich nicht beschreiben kann, “ erzählt er.

Sinn des Lebens gefunden

Und dieser Moment sollte sein Leben verändern: „Die Begegnung mit Mutter Teresa hat dazu geführt, dass ich über Jahrzehnte hinweg immer mehr den Menschen helfen konnte und darin auch eine Sinnerfüllung in meinem Leben gefunden habe. Dabei hat er die Schwestern der Nächstenliebe finanziell nicht unterstützt. Mit ihnen hat ihn vor allem das Gebet verbunden. Sein Engagement galt einem indischen Dorf, in dem sich der Orden der Salesianerinnen um Kinder kümmert. Seine Bilanz kann sich sehen lassen: sechs Kinderheime hat er gebaut, ein Dorfkrankenhaus, etliche Brunnen und fast 300 Patenschaften hat er vermittelt.

Aber Indien ist nur eine seiner großen Lieben. Die andere ist Japan. Dort hat er unter anderem die Zen-Meditation kennen gelernt – und die Philosophie des Jesuitenpaters Hugo Makibi Enomiya-Lassalle, den er gern zitiert: „Das Ziel allen Betens ist das Schweigen vor Gott.“ Heute ist er stolz auf seinen Zen-Garten, den er daheim in Tutzing am Starnberger See angelegt hat. Dort kann er Ruhe tanken.

Treffen mit dem Dalai Lama und Helmut Kohl

Aber Jacob Blätte ist noch vielen anderen bekannten Persönlichkeiten begegnet. Tito und Chrustchov fuhren im offenen Wagen in Belgrad an ihm vorbei, dem Dalai Lama wollte er in der Schweiz nur winken, aber der hielt direkt vor ihm an und gab ihm die Hand. Ihn hat Blätte später noch einige Male getroffen. „Und er begrüßte mich wie einen Bruder“, lächelt Blätte. Für Helmut Kohl hat er sogar mal spontan gedolmetscht, als er in Japan in einem Kloster das Bogenschießen lernen wollte. Kohl fragte, ob das Meditation sei, was die Mönche dort machten. Und Blätte antwortete: „Ja, das ist Meditation im Stehen“.

Insgesamt war Blätte in mehr als 50 Ländern unterwegs. Als Rückversicherer, als Reiseleiter, aus sozialem Engagement oder weil er seinen drei Söhnen zeigen wollte, was so schön am Reisen ist. Heute sortiert er seine Reise-Tagebücher. Und er genießt das, was er von seinen Reisen mitgebracht hat: seine Yoga-Übungen, seinen Zen-Garten und die Erkenntnisse, die er in vielen Gesprächen gewonnen hat. Zum Beispiel in denen mit Mutter Teresa, die einmal sagte: „Nur in der Stille kann man das Flüstern Gottes hören.“ (Brigitte Strauß-Richters)

Am Sonntagabend, dem 30. Oktober, ist Jacob Blätte zu Gast in der Talksendung „Hauptsache Mensch“, die ab 22 Uhr auf rund zwanzig bayrischen Lokalsendern zu hören ist. Ab Montag , 31.Oktober, wird die Sendung auch im Münchner Kirchenradio ausgestrahlt.