Über den eigenen Glauben sprechen

Den Weg mit Gott gehen

In einer Demokratie kann jeder seine Meinung offen teilen. Deshalb sollten Christen auch mit Leidenschaft über ihren Glauben sprechen, findet Dominik Pfaffinger von der Jugend 2000.

Lehramtsstudent Dominik Pfaffinger ist Leiter der Jugend 2000-Kontaktstelle Chiemgau.

Jeden Tag sind wir konfrontiert mit so vielen Meinungen verschiedener Menschen. Egal ob Politik, Sport oder Ernährung: Jeder scheint sein Weltbild zu haben und teilt dieses auch liebend gerne mit seinem sozialen Umfeld. Schnell neigen wir dazu, andere davon überzeugen zu wollen, dass sie nur noch Fairtrade-Produkte kaufen, sich vegan ernähren oder hinter einem bestimmten Fußball-Verein stehen sollten. Und das alles mit einer solchen Inbrunst und Emotionalität, die man in unseren Gottesdiensten selten sieht.

Niemandem etwas vorschreiben

Alles vollkommen in Ordnung, schließlich leben wir in einer Demokratie, in der es eben dazugehört, seine Meinung offen teilen zu können. Doch wie sieht es hierbei mit meinem Glauben aus? Steht es mir überhaupt zu, jemandem zu sagen, Jesus sei der Weg, die Wahrheit und das Leben? Viele Christen würden hier sagen: Nein. Frei nach dem Motto „Ich darf doch niemandem vorschreiben, was er zu glauben hat!“

Doch genau das ist der springende Punkt: Mir geht es nicht darum, jemandem etwas vorzuschreiben oder ihm die Meinung der Kirche aufzudrücken, sondern darum, ihm von der Liebe Christi zu erzählen und Zeugnis abzulegen. Alles sehr subjektiv und von meinen Erfahrungen berichtend. Meine Motivation ist klar: Ich will eines Tages vor dem Thron Gottes stehen und neben mir Menschen sehen, die nur hier sind, weil es jemanden gab, der ihnen von Gott erzählt hat, weswegen sie sich entschieden haben, ihren Weg mit ihm zu gehen.

Mut haben, für den Glauben einzustehen

Dieses narrative Element der Mission kann in die unscheinbarsten Alltagssituationen eingebaut werden: Ob beim Nachmittagskaffee mit meinen Mitbewohnern, in der Uni oder auf Social Media. Ich versuche immer, offen mit meiner Liebe zu Christus umzugehen. Daraus entwickeln sich dann die entscheidenden Gespräche. „Was machst du heute Abend?“ – „Ich gehe in den Gebetskreis, und du?“ – „Was? Du gehst in einen Gebetskreis? Warum denn das?“ Und schon geht’s los! Denn oft ist es am einfachsten, wenn die Menschen von sich heraus Fragen stellen. Und wenn du offen bekennst, dass du Christ bist, dann werden diese Fragen kommen.

Haben wir also Mut, für unseren Glauben einzustehen, authentisch und mit Feuer! Denn Christus verheißt uns: „Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen.“ (Mt 10,32) (Dominik Pfaffinger, Lehramtsstudent und Leiter der Jugend 2000-Kontaktstelle Chiemgau)