Sankt Max hisst Regenbogenfahne zu EM-Spiel

"Da muss man wirklich Flagge zeigen"

Vor dem EM-Spiel Deutschland gegen Ungarn gibt es viel Unmut über das Verbot der UEFA, die Münchner Arena in Regenbogenfarben zu beleuchten. Die Pfarrei Sankt Maximilian hat deshalb am Spieltag die Regenbogenfahne an ihrem Turm gehisst.

Die Regenbogenfahne am Turm der Kirche St. Maximilian in München © SMB/Sichla

München – Politik und Fußball - das sei immer "eine schwierige Verbindung", räumt Rainer Maria Schießler, der Pfarrer von Sankt Maximilian, ein. Die ganze Diskussion um die Beleuchtung der Münchner Fußballarena sei seiner Meinung nach unglücklich gelaufen. Schließlich könne die UEFA zu EM-Zeiten als Hausherr bestimmen, wie das Stadion beleuchtet wird. "Aber die Stadt, die gehört uns. Und wenn Vertreter der ungarischen Politik hierher reisen, dann kommen sie in eine Stadt der bunten Farben", so Pfarrer Schießler. Deshalb sei es für die Pfarrei selbstverständlich gewesen, mit dem Hissen der Regenbogenfahne wieder ein Zeichen für Toleranz zu setzen. Auch nach dem Nein der vatikanischen Glaubenskongregation zur Segnung homosexueller Paare wehte die Fahne vom Kirchturm.

"Wir müssen es endlich lernen, dass Menschen mit einer anderen sexuellen Orientierung zu unserer Mitte gehören. Da muss man wirklich Flagge zeigen," betont Schießler gegenüber mk online. Christus habe niemanden ausgeschlossen, und als christliche Gemeinde sei man seinem Umgang mit den Menschen verpflichtet.

Göttliches Zeichen?

Wie lange die Fahne am Turm hängen bleibt, könne er gar noch nicht sagen, so der Pfarrer, der sich momentan im Urlaub befindet. Das müsse er erst noch mit seinem Kirchenpfleger besprechen. "Heute und morgen aber auf jeden Fall."

Schießler hofft zudem darauf, dass der liebe Gott zum Spiel am Abend vielleicht selbst ein kleines Zeichen setzt. Angesichts der aktuellen Wärmegewitter sei es ja denkbar, dass nach einem kurzen Regenschauer vor Anpfiff pünktlich zu diesem dann die Abendsonne hervortritt und einen "natürlichen" Regenbogen über die Arena zaubert. "Das wäre doch ein Wink Gottes", sagt Schießler schmunzelnd.

Darüber hinaus solle man aber die Konzentration aufs Sportliche nicht vergessen. "Es ist heute ein ganz wichtiges Spiel", so der Pfarrer von St. Maximilian. Schießler ist aber durchaus optimistisch und tippt 2:1 für Deutschland und damit auf ein Weiterkommen der Löw-Elf.

Der Autor
Klaus Schlaug
Online-Redaktion
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