Ernährung

Christen sollten Vegetarier sein

Kein Weihnachtsbraten, kein Osterlamm und auch keine Martinsgans: Zumindest wenn es nach Sozialethiker Kurt Remele geht. Denn seiner Meinung nach, sollten sich Christen vegetarisch ernähren. Hier seine Begründung:

Christen sollten Vegetarier sein, das meint Sozialethiker Kurt Remele. (Bild: fotolia.com/Natalia Klenova)

Bonn – Christen sollten sich nach Ansicht des Sozialethikers Kurt Remele vegetarisch ernähren. "Es ist ethisch besser, sich vegetarisch oder sogar vegan zu ernähren", sagte Remele am Mittwoch im Interview des Portals katholisch.de. "Nicht nur das Quälen, auch das Töten von Tieren ist falsch, wenn ich mich auch auf anderem Wege gut und gesund ernähren kann." Remele verwies auch auf die Enzyklika "Laudato si" von Papst Franziskus.

Das Kirchenoberhaupt habe dort beschrieben, dass alle Lebewesen voneinander abhängig seien. "Wenn wir Tiere grausam behandeln, schlägt das auch auf uns Menschen zurück", so Remele. Franziskus habe mit seiner Enzyklika "eine neue Dringlichkeit und Legitimation" gegeben.

Ernährung im Paradies war vegan

Die global weit verbreitete Massentierhaltung sei "unmoralisch und unverständlich", so der Ethiker. "Ich frage mich, wie wir mit leidensfähigen Geschöpfen so umgehen können." Es gehe aber nicht nur um Massentierhaltung, sondern auch um Tierexperimente, Stierkampf und "bestimmte Formen der Jagd".

Die christliche Ethik habe mit Blick auf die Würde des Tieres einen "blinden Fleck". Zwar gebe es im Alten Testament tierfreundliche Stellen. "Die Ernährung im Paradies - so ist es am Anfang des Buches Genesis beschrieben - war vegan". Allerdings habe sich in der Kirchengeschichte "eine biblische Lesart durchgesetzt, die den Bibelsatz 'Macht Euch die Erde untertan' als Unterwerfungsauftrag interpretierte und folglich in Tieren nichts anderes als Gebrauchsgegenstände für den Menschen sah".

Es wäre auch eine Aufgabe von Bischöfen, sich stärker für den Tierschutz einzusetzen. "Aber ich habe da keine große Hoffnung. Ich kenne genügend Oberhirten, um sagen zu können, dass ihnen der Tierschutz kein vorrangiges Anliegen ist." Allerdings beginnen Remele zufolge zunehmend mehr evangelische und katholische Theologen, sich für Tierschutz zu interessieren. (KNA)

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Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Umweltschutz