Nach Sanierung

Chiemseer Inseldom für erste Sonderführungen geöffnet

Die Kathedrale auf der Herreninsel im Chiemsee kann wieder besucht werden. Der Freistaat Bayern investierte in Sanierungs- und Umbauarbeiten.

Nach mehrjähriger Sanierung kann der Inseldom auf der Herreninsel im Chiemsee wieder besichtigt werden.

München/Herrenchiemsee – Der Inseldom auf der Herreninsel im Chiemsee wird nach mehrjähriger Sanierung erstmals für Besuchergruppen geöffnet. An den kommenden drei Wochenenden soll es mehrmals täglich exklusive Sonderführungen für je bis zu zehn Personen geben. Das teilte die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung am Montag in München mit.

Das ehemalige Augustiner-Chorherrenstift auf der Insel ist eine der ältesten Klosteranlagen nördlich der Alpen. Das dazugehörige Gotteshaus, errichtet um 1130, diente ab 1216 für fast 600 Jahre als Kathedrale des Bistums Chiemsee. Von 1676 bis 1679 erhielt der Inseldom eine prachtvolle frühbarocke Ausstattung.

Titularbistum Chiemsee

Nach der Säkularisation und dem Erlöschen des Bistums 1808 kam die Kirche in Privatbesitz. Der neue Eigentümer, ein Münchner Kaufmann, verkaufte die Inneneinrichtung, ließ Teile des Gebäudes abtragen und brachte im verbliebenen Bestand eine Brauerei unter, die auch nach dem Erwerb durch König Ludwig II. im Jahr 1873 noch bis 1914 weiterbetrieben wurde. Seither stand das Gebäude weitgehend leer. Der Freistaat investierte für den Umbau zum Museum in den vergangenen drei Jahren mehr als zwei Millionen Euro.

Das Chiemsee-Bistum gibt es inzwischen wieder. 2009 errichtete der mit der Region biografisch eng verbundene damalige Papst Benedikt XVI. die erloschene Diözese neu als Titularbistum. Titularbistümer werden gewöhnlich an Weihbischöfe verliehen, ohne dass damit Befugnisse verbunden sind. Meist handelt es sich um untergegangene Diözesen in Nordafrika. Das Bistum Chiemsee ist das einzige Titularbistum in Deutschland. (kna)