Flüchtlingshilfe im Erzbistum

Caritas stockt Personal für Fürstenfeldbruck auf

Die Caritas im Erzbistum baut ihr Engagement in der Flüchtlingsbetreuung weiter aus. Das kündigte der Referent für Migration, Wilhelm Dräxler, im Münchner Kirchenradio an. Für die Erstaufnahmestelle am Fürstenfeldbrucker Fliegerhorst werden bis zu sechs neue Mitarbeiter eingestellt.

Die Caritas im Erzbistum sucht noch haupt- und ehrenamtliche Kräfte, die bei der Flüchtlingsbetreuung mit anpacken (Bild: imago)

München/Fürstenfeldbruck – Es ist Wilhelm Dräxler sofort anzumerken, wenn das Gespräch auf die derzeitige Unterbringung von Flüchtlingen im Großraum München geht: es ärgert ihn, wie mit den Menschen umgegangen wird, die jeden Tag in den Auffanglagern ankommen. Die Sozialverbände hätten die Politik schon seit Jahren darauf hingewiesen, dass es ungeschickt war, die Kapazitäten bei der Flüchtlingsaufnahme herunterzufahren, sagt der Caritas-Referent für Migration im Münchner Kirchenradio. Das Abebben der Flüchtlingsströme sei nur eine vorübergehende Erscheinung gewesen. Wer die Krisenherde der Welt beobachte, hätte spätestens nach dem Zusammenbruch nordafrikanischer Staaten wie Libyen oder Tunesien erkennen müssen, dass Flüchtlinge nicht nur aus dem Irak oder Syrien, sondern gerade auch aus Afrika kommen werden.

Dräxler kündigte an, dass die Caritas ihre Flüchtlingshilfe weiter verstärken werde. Am wichtigsten seien jetzt qualifizierte neue Mitarbeiter, „was derzeit nicht ganz einfach ist, denn der Markt gibt das fast gar nicht mehr her.“ Ohne die „Co-Finanzierung“ des Erzbistums München und Freising wären Neueinstellungen überhaupt nicht möglich. Die finanziellen Zuschüsse der Kommunen und des Freistaates seien schon so gut wie erschöpft. Trotzdem habe sich die Caritas in der vergangenen Woche dazu entschlossen, die Erstaufnahmestelle am Fürstenfeldbrucker Fliegerhorst zu übernehmen. Noch kümmert sich das Caritas-Personal, das bislang für den gesamten Landkreis zuständig ist, um die ca. 180 Flüchtlinge, die in den ehemaligen Kasernen-Stuben untergebracht sind. Da langfristig die Zahl der Asylbewerber im Fliegerhorst auf gut 600 steigen soll, brauche man bis zu sechs weitere Mitarbeiter im Betreuer-Team, so Dräxler.

Die Hilfe der Caritas für die Neuankömmlinge ist vielfältig. Sie reicht von neuer Kleidung und medizinischer Versorgung bis zur Beratung im Asylantrag-Verfahren. Neben hauptamtlichen Kräften werden auch noch händeringend Ehrenamtliche gesucht, die sich bei der Betreuung der Flüchtlinge auf dem Fliegerhorst engagieren wollen. Interessierte Bürger können sich dafür beim Caritas-Zentrum in Fürstenfeldbruck melden. Dort werden auch Sachspenden für das Auffanglager entgegen genommen. (ph)