Nachhaltigkeit

Caritas schützt das Klima durch Lebensmittelrettung

Ein Kühlschrank und ein Regal voller Lebensmittel, aus denen sich jeder bedienen darf – das ist die Idee des Caritas-Projekts "TauschGut". An sieben Standorten in München gibt es so etwas jetzt.

Josephine Malvar und Sabine Kaiser mit geretteten Broten im ASZ am Westpark © SMB/Strauß-Richters

Jeden Montag und am Mittwoch bringen Ehrenamtliche Brot und Kuchen zum Alten- und Service-Zentrum am Westpark. „Wir haben hier etwa acht Brote, geviertelt oder halbiert, damit die Portionen seniorengerecht sind. Außerdem noch eine Kiste mit süßen Teilchen“, erklärt Sabine Kaiser. Sie ist eine der insgesamt drei Projektverantwortlichen. Lebensmittelrettung nennt sich das, was sie da tun.

Denn alle Lebensmittel, die bei TauschGut verschenkt werden, wären eigentlich auf dem Müll gelandet, zum Beispiel weil das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist. Stattdessen holen Ehrenamtliche sie in Lebensmittelgeschäften ab und bringen sie zu den Regalen und Kühlschränken von TauschGut, die es inzwischen an sieben Standorten in Pfarreien und Alten-und Servicezentren gibt. Zum einen hilft das dem Geldbeutel der beschenkten Menschen, zum anderen aber auch der Umwelt. Denn bei der Herstellung von Lebensmitteln fällt viel CO2 an.

Öffentliche Kühlschränke in Pfarreien

Während im ASZ bisher hauptsächlich Backwaren verschenkt werden, gibt es in zwei Pfarreien im Münchner Norden ein breites Sortiment von Lebensmitteln aus Supermärkten. „Alles, was in den Kühlschränken landet, ist meistens noch am selben Tag restlos weg“, erklärt Josephine Malvar, die dort für das Projekt zuständig ist.

Anonym und ohne Scham

Vor allem Menschen, die zwar gerade etwas „klamm“ sind, aber noch keinen Berechtigungsschein für die Tafeln haben, kommen in die Pfarreien, wo die Kühlschränke und Regale offen zugänglich sind.

„Denn viele der Personen, die von Armut betroffen sind, fühlen sich nicht wohl beziehungsweise schämen sich für den Zustand. Und da wollen wir das gerne, dass jeder einfach reingehen kann und rausgehen kann, ohne dass die Person beobachtet bzw. kontrolliert wird.

Kooperation mit den Tafeln

Den Tafeln nimmt die Caritas mit diesem Projekt nichts weg. Im Gegenteil: Es gibt sogar eine Kooperation, erläutert Malvar: „Auch bei der Tafel gibt es Lebensmittel, die aussortiert werden müssen, weil sie bei der nächsten Lebensmittelverteilung nicht mehr verteilt werden dürften. Wir holen diese dann ab, denn die werden bei uns am selben Tag von der Nachbarschaft aus dem Kühlschrank entnommen. So wird gar kein Lebenmittel weggeworfen.“

Die Tafel darf nämlich keine Lebensmittel anbieten, bei denen das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist. Aber dieses Datum sagt ja nur aus, dass ein Lebensmittel bis zu diesem Tag garantiert haltbar ist. Auch danach kann etwa ein Joghurt noch wochenlang bedenkenlos gegessen werden.

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Die Autorin
Brigitte Strauß-Richters
Radio-Redaktion
b.strauss-richters@st-michaelsbund.de