Mitgliederversammlung Michaelsbund

Büchereien als Seelsorge vor Ort

Bei einer Tagung des katholischen Medienhauses Sankt Michaelsbund hat Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler die vielfältigen Angebote des Verbands hervorgehoben. Schwerpunkt des Treffens war zudem das Thema "Büchereien als pastorale Orte".

Im Bild (v.l.): Ulrich Glatz (Leiter Büchereizentrale und Handel), Dr. Claudia Maria Pecher (Leiterin der Landesfachstelle), Elmar Pabst (stv. Direktor u. geschäftsführender Chefredakteur), Wissenschaftsminister Bernd Sibler, Dr. Bertram Blum (stv. Vorsitzender Landesverband), Domkapitular Gerhard Auer (Vorsitzender Landesverband), Stefan Eß (Geschäftsführender Direktor Landesverband) © Thomas König

Passau – In Passau hat in diesem Jahr die Mitgliederversammlung und Diözesanstellenkonferenz des Sankt Michaelsbunds, Landesverband Bayern e.V., stattgefunden. Die zweitägige Veranstaltung fand turnusgemäß im Bistum Passau im Bildungshaus "Spectrum Kirche" statt. Sie wurde auch zum Anlass genommen, das 50. Jubiläum der Diözesanstelle Passau zu feiern.

Bei der Mit­glie­der­ver­samm­lung wird jährlich neben den Tätigkeitsberichten aus der Büchereiarbeit und Redaktion auch Bilanz gezo­gen und sich über aktuelle Themen ausgetauscht. Wich­tig beim Tref­fen in Pas­sau war so auch im zweiten Coronajahr die damit einhergehenden Probleme für die Büchereien vor Ort, sowie die darüber hinausgehenden finanziellen Herausforderungen.

Lesen als Schlüsselkompetenz

Für ein Gruß­wort war der Baye­ri­sche Wis­sen­schafts­mi­nis­ter Bernd Sibler ange­reist. Er beton­te die wert­vol­le Arbeit und das viel­fäl­ti­ge Ange­bot des Micha­els­bun­des, vor allem dank­te er den vie­len Unterstützern an der Basis.

Bernd Sibler ist sel­bst Mit­glied im Micha­els­bund und setzt sich als Wis­sen­schafts­mi­nis­ter und vor­ma­lig als Kul­tus­mi­nis­ter seit Jah­ren für die Unter­stüt­zung und Finan­zie­rung von Ange­bo­ten des Büchereifachverbands ein. Vor allem die Büche­rei­en als Schnitt­stel­le für jun­gen Men­schen sind ihm ein Her­zens­an­lie­gen: „Ein­fach um deut­lich zu machen, dass das Lesen nach wie vor die zen­tra­le Schlüs­sel­kom­pe­tenz für das Erschlie­ßen der Welt ist“, so Sibler. Gera­de in der heu­ti­gen Zeit, sei die­ses Ange­bot beson­ders wich­tig, als Gegen­stück zu ver­lo­cken­den digi­ta­len Ange­bo­ten, so der Minis­ter.

"Pastorale Orte"

Ein Schwerpunkt der Tagung war auch das Thema "Büchereien als pastorale Orte", so der geschäftsführende Direktor des Michaelsbunds, Stefan Eß. Katholische öffentliche Büchereien sorgten mit ihren besonderen Angeboten - die sich nicht nur an Gläubige, sondern an die gesamte Bevölkerung richteten - "ja tatsächlich für Seelsorge vor Ort". Sich zu vergewissern, warum man dies als Kirche tue und wie man die Menschen erreichen könne, sei im Mittelpunkt der Tagung gestanden, so Eß. 

Der Passauer Bischof Ste­fan Oster fei­er­te mit den Teilnehmern einen Gottesdienst in der Kapel­le von "Spectrum Kir­che". In sei­ner Pre­digt ver­such­te der Oberhirte eine Ver­bin­dung zwi­schen der Ver­an­stal­tung und dem Tages­evan­ge­li­um her­zu­stel­len. Die Arbeit des Micha­els­bun­ds, die Arbeit mit Medi­en, Büchern, die Bil­dungs­ar­beit, das Büche­rei­we­sen las­se einen Ver­gleich mit der ursprüng­li­chen Bedeu­tung des Sab­bats zu, so Oster.

Glückwünsche aus der Politik

Musi­ka­lisch umrahmt wur­de der Got­tes­dienst von einem Ensem­ble der Diö­ze­san­blech­blä­ser unter der Lei­tung von Micha­el Beck. Die Orgel spiel­te Maxi­mi­li­an Jäger. Zum Jubiläum der Diözesanstelle gratulierten im Anschluss auch Pas­saus Ober­bür­ger­meis­ter Jür­gen Dup­per und die stellvertretende Pas­sau­er Land­rä­tin Ros­witha Toso. (Thomas König/Klaus Schlaug)