Deutsche Bischofskonferenz

Bischöfe setzen Gespräche über Kommunionempfang fort

Unter welchen Bedingungen dürfen nicht-katholische Ehepartner an der Kommunion teilnehmen? Die Deutsche Bischofskonferenz hat dazu eine Handreichung beschlossen. Nun gibt es eine finale Fassung.

Bischöfe debattieren über den Kommunionempfang für nicht-katholische Ehepartner.

Bonn/Würzburg – Die deutschen Bischöfe haben am Montag in Würzburg abermals über den Kommunionempfang für nicht-katholische Ehepartner debattiert. Der "Ständige Rat" der Bischofskonferenz, dem derzeit 26 Diözesanbischöfe angehören, befasste sich am Montag in Würzburg mit dem Thema. Dabei ging es im Kern um eine vor zwei Monaten von der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Ingolstadt mit großer Mehrheit beschlossene, aber bisher unveröffentlichte Handreichung. In ihr wurden Bedingungen formuliert, unter denen nicht-katholische Ehepartner in Einzelfällen zum Kommunion-Empfang zugelassen werden können.

Die finale Fassung des Dokuments sei in Würzburg "gemäß Beschlussfassung der Vollversammlung" vom Bischofskonferenz-Vorsitzenden Kardinal Reinhard Marx, dem Vorsitzenden der Glaubenskommission, Bischof Karl-Heinz Wiesemann, und vom Vorsitzenden der Ökumenekommission, Bischof Gerhard Feige, festgestellt worden. Marx werde nun alle Mitglieder der Bischofskonferenz und die zuständigen Einrichtungen in der Römischen Kurie informieren.

Klärendes Gespräch in Rom

Sieben Bischöfe mit dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki an der Spitze hatten zuvor in einem Brief an die zuständigen Vatikanbehörden um Klärung der Frage gebeten, ob eine solche Regelung von einer einzelnen Bischofskonferenz beschlossen werden kann. Marx äußerte sich damals befremdet über diese an ihm vorbei geführte Nachfrage über einen noch nicht in der finalen Fassung feststehenden Text.

Auf Einladung der Römischen Glaubenskongregation ist jetzt ein "vertiefendes und klärendes" Gespräch in Rom geplant. Daran soll neben Marx und Woelki auch der Bischof von Münster, Felix Genn, teilnehmen. Genn ist Mitglied der im Vatikan einflussreichen Bischofskongregation. Ziel des Treffens aus Sicht des Ständigen Rates ist es, "die pastoralen Aspekte und den rechtlichen Kontext auch aus weltkirchlicher Sicht zu erörtern und abzuwägen". Vor zwei Monaten hatte Marx zu verstehen gegeben, dass eine rechtliche Prüfung der Handreichung in Rom nicht notwendig sei, da es sich um eine rein pastorale Frage handle, die in die Zuständigkeit der Bischofskonferenz falle.

Kein Pauschalurteil

Unterdessen schrieb Kurienkardinal Walter Kasper in einem Gastbeitrag für das Internetportal katholisch.de, der Streit über die Teilnahme evangelischer Ehepartner an der Kommunion habe innerhalb der Bischofskonferenz "einen schweren Schaden angerichtet". Weiter betont Kasper, für den Empfang der Eucharistie gebe es kein Pauschalurteil. Es komme bei katholischen wie bei evangelischen Christen immer auf den Einzelfall an. Beide müssten sich beim Empfang der Eucharistie bewusst sein: "Das ist der Leib Christi", so Kasper. "Und sie sollen dazu sagen: 'Amen. Ja, das glaube ich'." Der Kardinal war lange Jahre Ökumeneminister des Vatikan. (kna)