Rosenkranzgebet

Beziehung zu Gott vertiefen

Monoton und nicht zeitgemäß: Der Rosenkranz hat nicht den besten Ruf. Was sie persönlich an dem Gebet sehr schätzt, kommentiert Marie-Louise Huber.

Marie-Louise Huber ist für die Veranstaltung „Nightfever“ in München verantwortlich. © privat

Der Rosenkranz scheint eintönig, langweilig und nicht mehr aktuell zu sein. Ich persönlich neige auch dazu, beim Rosenkranzbeten müde zu werden, und bete ihn deswegen am liebsten beim Gehen oder Laufen. Mein Ehemann (34) hat dieses besondere Gebet während seines Studiums bei einer Wallfahrt nach Medjugorje (Bosnien-Herzegowina) entdeckt und lieben gelernt. Er betet es täglich und sagt, dass er mit dieser Gebetsform in Gottes Gegenwart eintreten kann, Kraft und Frieden findet. Außerdem ist es ein sehr starkes Fürbittgebet. Rosenkranz zu beten, bedeutet gemeinsam mit Maria, unserer großen Fürsprecherin, vor Gott für andere Menschen einzutreten. Wenn wir auf Spaziergängen zusammen beten, dann überlegen wir uns vor jedem Gesätz für welches Anliegen wir bitten wollen und schließen so alle, die uns am Herzen liegen, ins Gebet ein. Immer wieder wird ganz konkret sichtbar, dass Gott diese Gebete erhört. Das heißt nicht, dass mit einem Rosenkranz alle Probleme gelöst sind, es geht vielmehr darum, in Treue und Liebe die Beziehung zu Gott zu vertiefen.

Der Rosenkranz ist darüber hinaus ein meditatives Gebet. Die fortlaufende Wiederholung lädt dazu ein, in ein immerwährendes Gebet des Herzens einzutreten. Mein Mann betet jeden Tag auf der Fahrt zur Arbeit im Bus den Rosenkranz. Obwohl um ihn herum lauter nicht immer ruhige Schüler sind, kann er so Gott nahe sein. Für ihn sind die Geheimnisse wie zum Beispiel „Jesus, der in den Himmel aufgefahren ist“, eine wunderbare Art, Jesus näherzukommen und ihn immer besser kennenzulernen, da beim Rosenkranz verschiedene Stationen im Leben Jesu betrachtet werden. Auch wenn es nicht immer leicht ist, lohnt es sich, diese besondere Gebetsform wieder neu zu entdecken. Ich hoffe, dass ich auch irgendwann die Gnade geschenkt bekomme, den Rosenkranz aus der Tiefe des Herzens heraus zu beten wie mein Mann.