Guter Schlaf

Beten kann beim Einschlafen helfen

Die einen gehen ins Bett, legen sich hin und schlafen. Die anderen wälzen sich noch stundenlang, grübeln und finden nicht in den Schlaf. Lässt sich gut einschlafen lernen und was kann dabei helfen?

Manch einer kämpft mit Einschlafproblemen. © Prostock-studio - stock.adobe.com

In Sachen Einschlafen ist die Nation gespalten. Die einen gehen ins Bett, legen sich hin und sind – kaum hat der Kopf das Kissen berührt – auch schon eingeschlafen. Andere tun sich da wesentlich schwerer. Sie wälzen sich hin und her, grübeln über die unmöglichsten Dinge, lesen dann doch nochmal ein paar Kapitel, schauen aufs Smartphone und ärgern sich über jede Minute verlorenen Schlafs, was sie noch schlechter einschlafen lässt.

Die schlechte Nachricht „auf Knopfdruck“ geht das mit dem besseren Einschlafen nicht, so Florian Wiedemann, Gesundheitswissenschaftler und Achtsamkeitslehrer aus Bad Tölz.  Wichtig sei vielmehr, sich erst einmal den eigenen Biorhythmus bewusst zu machen und auf eine gute Balance zwischen Aktivität und Regeneration zu achten, und zwar nicht nur am Abend. Dazu gehöre auch das eigene Stressniveau im Blick zu behalten und genug Bewegung zu bekommen, damit auch der Körper am Abend müde sei.

Schlechter Schlaf kann krank machen

Gewisse Dinge sollten außerdem laut dem Gesundheitswissenschaftler am Abend kurz vor dem Schlafen vermieden werden. Dazu zählen Themen, die einen beschäftigen, Arbeit, vor allem auch am Bildschirm, da das blaue Licht unseren Wachmodus aktiviert. Außerdem viel und schwer essen und der Genuss von Alkohol, dieser mache zwar erst müde, jedoch sei der Schlaf weniger erholsam. 

Sieben bis acht Stunden Schlaf brauchen wir im Schnitt in der Nacht und schlechter Schlaf kann auf Dauer krank machen. Nur wer gut schläft, regeneriert, und zwar geistig und körperlich. Die Traum – also die sogenannten REM-Phasen –dienen laut Wiedemann dazu, Erlebtes zu verarbeiten, zu integrieren und einzuordnen, im Tiefschlaf erhole sich dagegen vor allem der Körper.

Abendrituale helfen beim Einschlafen

Auch wenn es nicht auf Knopfdruck funktioniert, besser schlafen kann gelernt werden. Das habe mit Vertrauen zu tun, so Wiedemann, sowohl in den eigenen Körper als auch in die Fähigkeit Schlafen zu lernen und Geduld sei gefragt. Es sei ein bisschen, wie wenn man versuchen würde, dass sich ein Vogel auf die Hand setzt. Nach dem Tier greifen helfe da nicht weiter, das Einzige, was man tun könne, sei die Hand auszustrecken und zu warten.

Was eine große Hilfe sein kann, sind Abendrituale und da kann das Gebet eine wichtige Rolle spielen, „weil Beten vielleicht auch was mit Vertrauen zu tun hat, Vertrauen auch stärkt,“ so Wiedemann. Außerdem ermögliche es eine andere Perspektive auf den Alltag. Alternativ empfiehlt er Meditation, um zur Ruhe zu kommen. Und dann klappt es vielleicht auch irgendwann mit hinlegen und einfach und schnell einschlafen. (Florian Wiedemann)

Die Autorin
Linda Burkhard
Radio-Redaktion
l.burkhard@st-michaelsbund.de