Jahrestagung der bayerischen Polizeiseelsorger

Bestürzung über zunehmende Gewalt gegen Polizisten

Die hohe Selbstmordrate unter Polizisten und die Einführung von Islamkunde an den Polizeischulen – darüber sprechen an diesem Wochenende die bayerischen Polizeiseelsorger auf ihrer Jahrestagung in Plankstetten. Die 30 Priester, Diakone und Patoralreferenten betreuen rund 40.000 Beamte.

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München – Warum ist die Zahl der Suizide unter den bayerischen Polizisten seit Jahren gleich bleibend hoch? Das ist eine der wichtigsten Fragen, mit denen sich die bayerischen Polizeiseelsorger an diesem Wochenende befassen. Alle Bemühungen diese Zahl zu senken, seien in den vergangenen Jahren leider gescheitert, so Landespolizeidekan Andreas Simbeck im Interview mit den Münchner Kirchennachrichten. Im Schnitt würden sich zehn Polizeibeamte in Bayern jedes Jahr das Leben nehmen.

Ein weiteres zentrales Thema des Seelsorger-Treffens sind die Pläne zur Einführung von Islamkunde an den bayerischen Polizeischulen. In einer multikulturellen Gesellschaft müssen die Polizeibeamten Brauchtum und Werte anderer Kulturen und die Religionen kennen, so Simbeck. Man sollte beispielsweise Verständnis dafür haben, dass in den Fastenmonaten bei gläubigen Muslimen mitunter die Aggressivität höher seinen könne.

Bereits seit Jahren machen die Polizeigewerkschaften auf die zunehmende Gewalt gegenüber Polizisten und Polizistinnen aufmerksam. Auch die Polizeiseelsorger registrieren diese Entwicklung. In den Gesprächen mit den Beamten und Beamtinnen sei dies ein häufiges Thema, so der Polizeidekan. Hier müsse dringend ein Umdenken in der Gesellschaft stattfinden. Das Bewusstsein, dass es in einem Rechtsstaat und einer Demokratie auch Autorität geben muss, im positiven Sinne des Wortes, müsse wieder gestärkt werden. (CS)