Caritasdirektor zum Koalitionsvertrag

Bei Pflege und Wohnen braucht es "großen Wurf"

8.000 neue Pflegekräfte für Deutschland. Nur ein Tropfen auf den heißen Stein für den Caritasverband in München und Oberbayern.

Es gibt zu wenig Fachpersonal: Der Markt ist leer gefegt.

München – Der Münchner Caritasdirektor Georg Falterbaum sieht im Koalitionsvertrag der Bundesregierung viele gute Ansätze. Bei den Themen Pflege und Wohnen dürfe es aber kein Weiter so geben, sondern es brauche den "großen Wurf", erklärte der Vorstandsvorsitzende des Caritasverbands der Erzdiözese München und Freising am Montag. 8.000 neue Pflegekräfte für ganz Deutschland höre sich viel an. Umgelegt würden das aber etwa für den Caritasverband in München und Oberbayern bedeuten, pro Einrichtung eine halbe Stelle zu bekommen.

Markt für Pflegekräfte leer gefegt

Diese Sofortmaßnahme ist nach den Worten von Falterbaum ein Tropfen auf den heißen Stein. Außerdem ließen die Großkoalitionäre außer Acht, mit wem die offenen Stellen bei fehlendem Fachpersonal besetzt werden sollen. "Der Markt für Pflegekräfte und auch der für Erzieherinnen und Erzieher ist leer gefegt." Hinzu komme, dass etwa Wohnen in München und Umgebung für Normalverdiener schier unerschwinglich geworden sei. Die Caritas als größter sozialer Arbeitgeber in Oberbayern treffe dies besonders.

Der Münchner Caritasdirektor Georg Falterbaum sieht im Koalitionsvertrag der Bundesregierung viele gute Ansätze.
Der Münchner Caritasdirektor Georg Falterbaum sieht im Koalitionsvertrag der Bundesregierung viele gute Ansätze. © Kiderle

Kreative Lösungen wünschenswert

Die Aussagen im Koalitionsvertrag zur Dämpfung des Mietanstiegs und zur Absenkung der Modernisierungsumlage gingen zwar in die richtige Richtung, erklärte Falterbaum. Um jedoch vor allem Familien und Alleinerziehenden mehr bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen, wären auch hier mehr Ehrgeiz und kreative Lösungen wünschenswert. "In der Wohnungspolitik, im sozialen Wohnungsbau ist in den vergangenen Jahren viel versäumt worden", monierte der Caritasdirektor. Hier müsse die Politik ein viel höheres Tempo vorlegen. (kna)