Zum Rücktrittsgesuch

Bedford-Strohm attestiert Marx "beispielgebende Geradlinigkeit"

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland hat den angebotenen Amtsverzicht von Kardinal Marx mit großem Bedauern aufgenommen. Bis zu einer Entscheidung des Papstes will er ökumenisch weiter eng zusammenarbeiten.

Heinrich Bedford-Strohm hat das Rücktrittsangebot von Kardinal Marx mit großem Respekt und Bedauern aufgenommen.

München – Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat den Schritt von Kardinal Reinhard Marx als "beispielgebende Geradlinigkeit" gewürdigt. Er zeige die Konsequenz, mit der Marx die Erneuerung seiner Kirche betreibe, schrieb der evangelische Landesbischof am Sonntag auf Facebook. Die Worte des Kardinals bei der Pressekonferenz hätten deutlich gemacht, "dass seine Entscheidung Ergebnis eines intensiven geistlichen Ringens ist und dass es nicht um Amtsmüdigkeit, sondern um Verantwortungsübernahme geht".

Ökumene soll weiter wachsen

Sollte Papst Franziskus das Angebot von Marx annehmen, würde dessen "starke Stimme im jetzigen Amt fehlen", so Bedford-Strohm. Bis zu einer Entscheidung werde der Kardinal seine Amtsgeschäfte in Bayern in jedem Falle weiterführen. "So werden wir jetzt weiter ökumenisch eng zusammenarbeiten." Auch für die Zeit danach gelte, dass die Ökumene auch in anderen personellen Konstellationen weiter wachsen werde. "Die Kirche sind nicht vor allem die Leitenden Geistlichen. Die Kirche ist das ganze Volk Gottes." (kna)