Kloster Benediktbeuern

Auf Du und Du mit dem Eisvogel

In der Vogelstation „Moosmühle“ bei Benediktbeuern finden 30 Arten Nahrung und Unterschlupf.

Ein prächtiger Eisvogel späht nach Fischen aus. © Rudolf Schmidt

Benediktbeuern – Soll man Vögel füttern oder soll man nicht? Darüber sind sich Experten nicht ganz einig. Im Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) im Kloster Benediktbeuern ist die Antwort ganz eindeutig: Ja, man soll, und zwar vor allem jetzt: „Beeren, Samen das Futter, das die Natur den Vögeln bietet, ist gerade jetzt im Spätwinter am knappsten und die Vögel leiden wirklich Not. Es macht also sicher Sinn jetzt zu füttern“, sagt der Leiter des ZUK, Salesianerpater Karl Geißinger.

Etwa einen Kilometer vom Kloster entfernt befindet sich die Vogelstation „Moosmühle“. Dort herrschen ideale Bedingungen für die Vögel: Hecken, Sträucher, Bäume, ein kleiner Bach – das Ganze direkt vor einer alten, umgebauten Feldscheune, aus der heraus man die Vögel aus nächster Nähe beobachten kann. Durch kleine Schlitze in den Bretterwänden können die Besucher nach draußen schauen und auch sehr seltene Vogelarten bewundern. Neben dem Gimpel, der Wasserralle oder der Rohrammer gehören nämlich auch der Eisvogel oder der Weißrückenspecht zu den Gästen, die regelmäßig in der Vogelstation vorbeischauen.

Pater Karl Geißinger im Beobachtungsstand.
Pater Karl Geißinger im Beobachtungsstand. © SMB/Jäger

Familienspaß

Vor allem Familien mit Kindern genießen das Spektakel immer wieder: „Hierher zu kommen, durch den Schnee zu stapfen und in der Scheune zu warten, bis der Eisvogel einen kleinen Fisch erwischt oder der Sperber einen Spatz, das ist für Kinder ein echtes Erlebnis“, weiß Pater Geißinger. Jeden Mittwoch- und Samstagnachmittag ist die Feldscheune geöffnet und ein Mitarbeiter des ZUK vor Ort, um Fragen zu beantworten und allerlei Wissenswertes zu den Vögeln zu erklären. Kinder dürfen dabei die Tiere sogar selbst füttern.

Gimpel-Männchen freuen sich über Essbares im Winter.
Gimpel-Männchen freuen sich über Essbares im Winter. © Rudolf Schmidt

Engagement für die Schöpfung

Menschen für die Natur zu begeistern, ist das Eine. Pater Geißinger geht es dabei aber natürlich noch um mehr: „Jedes Lebewesen hat eine Würde, die ihm der Schöpfer gegeben hat. Wir als Kirche müssen uns ganz engagiert dafür einsetzen, weil diese Schöpfung ein Recht hat, sich zu entfalten. Das macht auch riesig Spaß, aber man muss ein bisschen was wissen und man muss sich engagieren. Und das ist auch der Grund, warum wir so eine Vogelstation haben.“ Von den Besuchern wird das Angebot, das übrigens kostenlos ist, dankbar angenommen. Margit Klein beispielsweise kommt regelmäßig zur Vogelstation „Moosmühle“: „Ich finde die Vogelstation wunderbar. Meine Kinder und ich staunen immer wieder über diese grandiose Vogelvielfalt, die man hier beobachten kann. Und wenn wir den Eisvogel sehen, dann ist der Tag perfekt!“ (Lydia Jäger)

Bis zu 30 Vogelarten – darunter Goldammer, Gimpel, Sperber, Grauspecht, Wacholderdrossel, auch Kleinspecht und Bergfink – treffen sich jeden Winter an der Vogelstation „Moosmühle“, die etwa einen Kilometer westlich vom Kloster Benediktbeuern in den Feuchtgebieten der Loisach- Kochelsee- Moore liegt. Und mit etwas Glück lässt sich hier auch der Eisvogel beobachten. So kann die Welt der gefiederten Wintergäste entdeckt werden. Gruppen bitte vorher anmelden unter Telefon 08857/88-759. Mehr Informationen gibt es hier.