Prayerfestival in München

Auf der Suche nach mehr Sinn

Rund 300 Besucher kommen zum dreitägigen „Prayerfestival“ ins Münchner Kirchliche Zentrum. In diesem Jahr lag ein besonderer Fokus auf dem Umgang mit dem eigenen Körper und der Sexualität, aber auch, seinem Glauben Ausdruck zu verleihen.

Jugendliche feiern beim Prayerfestival in München

München – „Jesus zu begegnen und zu sehen, wie andere Leute intensiv von Jesus berührt werden“ – das macht für Philomena das Prayerfestival zu etwas ganz Besonderem. Es ist nicht das erste Mal, dass die 24-jährige Münchnerin ein solches Treffen besucht. Wie ein Großteil der etwa 300 Besucher aus ganz Deutschland hat Philomena solche mehrtägigen Gebetsfeste bereits an verschiedenen Orten erlebt. Bundesweit finden seit 1998 jährlich in verschiedenen Städten Prayerfestivals für Jugendliche und junge Erwachsene statt, im Kirchlichen Zentrum im Münchner Stadtteil Haidhausen nun zum vierten Mal. , Ausrichter ist stets die internationale katholische Bewegung „Jugend 2000“.

Ein normales Festival dauert immer von Freitag bis Sonntag, es stehen täglich Gottesdienst, Rosenkranz, Anbetungs-Stunden, Vorträge, Beichtgelegenheit auf dem spirituellen Programmzettel. Dazu kommen für den Leib auch gemeinsame Mahlzeiten. Übernachtet werden kann stets vor Ort, diesmal in Schlafsäcken in einer Turnhalle auf dem Gelände. „Der Grundaufbau ist zwar immer in etwa derselbe, allerdings bleibt es den jeweiligen Organisatoren überlassen, dem Fest eine bestimmte Färbung zu verpassen.“, erklärt Maria Wallner, die Leiterin der „Jugend 2000“ in der Erzdiözese.

Umgang mit Sexualität

In diesem Jahr lag in München ein besonderer Fokus auf der „Theologie des Leibes“ des heiligen Papstes Johannes Paul II. Der Umgang mit dem eigenen Körper und der Sexualität in Bezug auf verschiedene Lebensbereiche zog sich durch die Talks und Workshops. „Man hat durch die ganzen Vorträge hindurch gemerkt, dass die Thematik dieses Jahr sehr gut ankam“, blickt Gabriel Sedlmair, der Leiter des Münchner Prayerfestivals, auf die drei Tage zufrieden zurück. Ein Höhepunkt war am Sonntag die feierliche eucharistische Prozession mit Passionistenpater Johannes Rothärmel durch Haidhausen zur Pfarrkirche St. Johann Baptist. Hier feierten die Teilnehmer gemeinsam mit den anderen Gottesdienstbesuchern die Heilige Messe.

Unsicherheit im Glauben

Etwa ein Drittel der Besucher sei zum ersten Mal bei einem Prayerfestival mit dabei, schätzt Maria Wallner. Die jungen Leute seien auf der Suche nach Freundschaften, sie sehnten sich nach Gleichgesinnten. Oft seien sie unsicher, wie man heutzutage seinem Glauben Ausdruck verleihen könnte. Oft suchten sie nach Inspiration, ihren Glauben leben zu können: „Viele sind auf der Suche nach mehr Sinn im Leben“, erklärt Gabriel Sedlmair. Diese Einschätzung bestätigt auch der 20-jährige Tobias: „Man erfährt hier einfach eine Stärkung, eine Bestätigung in dem, was man macht. Im Alltag fragt man sich oft, wofür man eigentlich kämpft und sich anstrengt. Hier wird klarer, was eigentlich dahintersteht“, versichert er. Fragt man andere Teilnehmer, hört man immer wieder dieselbe Antwort: Ein Wochenende voller Inspirationen, Impulse und gelebter Glaubensfreude liegt hinter den rund 300 jungen Menschen.

Einen Termin haben sich viele der Festivalbesucher schon rot im Kalender markiert: Im August wird das internationale Prayerfestival, eine noch größere Version des Gebetsfestes, in der „Gebetsstätte Marienfried“ nahe Pfaffenhofen an der Roth im Landkreis Neu-Ulm stattfinden. Etwa 3.000 junge Menschen werden dabei erwartet. Das Fest wird unter dem Motto „Greater things“ stehen – abgeleitet von der aktuellen Bibelstelle zum Weltjugendtag: „Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig“ aus dem Magnifikat. (Katharina Zöpfl)