Malteser Impfzentrum

Auf der Impfstraße in Richtung Normalität

Die Inzidenzen steigen wieder, die Todeszahlen aber sinken. Ein erster Erfolg trotz holprigem Impfstart, der auch im Malteser Impfzentrum in Haar zu spüren ist.

Nicht nur Menschen über 80, auch medizinisches Fachpersonal wird zurzeit vorrangig geimpft © Malteser

Haar - Nadja Hemmerlein geht in den Tresorraum und holt mehrere Fläschchen mit dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer. Sie gehört zum medizinischen Personal im Malteser Impfzentrum und bereitet die Spritzen mit den verschiedenen Vakzinen vor, die zurzeit an Menschen über 80 sowie Pfleger und Mitarbeiter in medizinischen Einrichtungen verimpft werden. Wenn es nach der Malteserin ginge, dürften noch wesentlich mehr Fläschchen im Kühlschrank lagern, als das zurzeit der Fall ist. Denn so viele Menschen wie möglich zu impfen sei nun wichtig, um Corona in den Griff zu bekommen, heißt es unisono bei den Maltesern, die im Haarer Impfzentrum arbeiten. Noch ist die Auslastung der Einrichtung aber eher bescheiden: gerade einmal 250 Menschen werden im Schnitt Mitte März im Malteser Impfzentrum jeden Tag geimpft. Damit ist das Zentrum nur zu einem Viertel ausgelastet.

 

Alle Impfstoffe sind gut

Die Malteser jedenfalls stehen mit 28 Mitarbeitern bereit und können die Impfleistung sofort hochfahren, wenn es sein muss. Das Team setzt sich aus Ärzten, Rettungssanitätern und Verwaltungsmitarbeitern zusammen, die für ihre Arbeit im Impfzentrum freigestellt wurden. Die arbeiten alle an der „Impfstraße“, eine Abfolge von verschiedenen Stationen, bei der die Impflinge von der Anmeldung bis zur Impfung durch das Gebäude geschleust werden. Impfzentrum-Leiter Alexander Brandstaeter ruft alle dazu auf, sich impfen zu lassen, um sich selbst und andere zu schützen. Jeder der in den kommenden Monaten die Möglichkeit zur Impfung bekommt, sollte sie auf alle Fälle nutzen. Sorge bezüglich der Art des Impfstoffes sind in Brandstaeters Augen unbegründet, da alle ausnahmslos gut seien, auch der zurzeit ausgesetzte AstraZeneca-Impfstoff.

Wieder mehr Freiheit und Normalität

Und was denken die frisch geimpften Senioren im Ruheraum über die Wirksamkeit der Vakzine? Sie hoffen, dass es in ihrem Alltag wieder ein Stück mehr Normalität gibt. Endlich wieder ein geregeltes Familienleben, das wünscht sich zum Beispiel eine sehbehinderte Seniorin aus Haar. Einkaufen, Arztbesuche oder ein Treffen mit den Kindern, das soll nun wieder ohne größere Bedenken möglich sein. „Wenn sich viele impfen lassen, würde Corona sehr schnell verschwinden und wir könnten wieder hinaus in die Freiheit“, erklärt die rüstige Dame. Ob es im Herbst schon soweit ist, wie einige Virologen vermuten? Alexander Brandstaeter will sich auf kein Datum festlegen lassen. „Vielleicht müssen wir im Herbst wieder impfen, weil noch keiner weiß, wie lange der Impfschutz hält“. Das Prinzip Hoffnung, es hat in dieser Pandemie noch lange nicht ausgedient.

Der Autor
Paul Hasel
Radio-Redaktion
p.hasel@st-michaelsbund.de