25 Jahre Osteuropa-Hilfswerk

Angela Merkel: "Renovabis ist gelebte Solidarität"

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das katholische Osteuropa-Hilfswerk Renovabis gewürdigt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel

Berlin/Freising – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat das katholische Osteuropa-Hilfswerk Renovabis anlässlich seines 25-jährigen Bestehens gewürdigt. Es sei "gelebte europäische Solidarität und Ausdruck der völkerverbindenden Kraft des christlichen Glaubens", schreibt Merkel in einem Grußwort. Das in Freising ansässige Hilfswerk stehe "für die Stärkung lebendiger Zivilgesellschaften, in denen sich der Mensch mit seiner unantastbaren Würde entfalten kann".

Die Kanzlerin betont, Renovabis gebe "wichtige Denkanstöße und konkrete Hilfeleistung". Das Tätigkeitsspektrum sei "ebenso breit wie beeindruckend". Als Beispiele nennt Merkel berufliche Bildungs- und Ausbildungsinitiativen, "die Jugendlichen angesichts der eingeschränkten wirtschaftlichen Entwicklung vor Ort sonst verschlossen blieben". Zudem führt sie Projekte für behinderte Menschen sowie für pflegebedürftige ältere Menschen an, deren Angehörige im Ausland arbeiten. "Sie alle helfen, unserem Europa ein menschliches Gesicht zu verleihen."

In einem Grußwort dankt auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, den Mitarbeitern und Förderern von Renovabis. Sie übernähmen "die Mitverantwortung der Kirche für ein friedliches Europa und für eine fruchtbare Entwicklung in allen Regionen".

Das Hilfswerk Renovabis

Das Hilfswerk Renovabis ist eine Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit Osteuropa. Es wurde 1993 auf Anregung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) von den deutschen Bischöfen gegründet. Seither gibt es jedes Jahr eine mehrwöchige bundesweite Aktion. Sie endet jeweils am Pfingstsonntag mit einer Kollekte in den katholischen Gottesdiensten in Deutschland. Der lateinische Name des Hilfswerks geht auf einen Bibelpsalm zurück und bedeutet "Du wirst erneuern". Die Organisation mit Sitz in Freising bei München unterstützt Projekte zur Erneuerung des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens in den ehemals kommunistischen Ländern. Seit der Gründung hat Renovabis nach eigenen Angaben mit 715 Millionen Euro fast 23.000 Projekte finanziert. Das Spektrum reicht von kirchlich-seelsorglichen über sozial-karitative Projekte bis hin zu Bildungs- und Medienvorhaben. Im Vordergrund steht die Hilfe zur Selbsthilfe. Renovabis trägt das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen.

Der Erzbischof von München und Freising würdigt auch den internationalen Kongress, den Renovabis ab Mittwoch in Berlin ausrichtet. Er steht unter dem Motto "Erinnerung und Aufbruch - Wege zur Versöhnung in Europa". Versöhnung sei "zu allerst ein christliches Anliegen", betont Marx. Es schließe den Versuch ein, die "unterschiedlichen und auch widerstreitenden Erinnerungen ins Gespräch zu bringen", so der Kardinal mit Blick auf gegensätzliche Interpretationen historischer Ereignisse. "Wenn Christen über die Ländergrenzen hinweg um diese Erinnerung ringen, so tun sie dies auch stellvertretend für unsere Völker."

Zu dem Kongress werden über 300 Vertreter aus Kirchen, Politik und Gesellschaft aus 26 Ländern erwartet, unter ihnen außer Marx auch der Apostolische Nuntius, Erzbischof Nikola Eterovic, und zahlreiche weitere Bischöfe. Die Festrede zum Abschluss am Freitag hält Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble. (kna)

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