Vatikan

Amazonas-Synode für verheiratete Priester in Ausnahmefällen

Drei Wochen tagte im Vatikan die Amazonas-Synode. Nun wurde das Abschlussdokument veröffentlicht. Es thematisiert auch die Zulassung von Frauen zum Diakonat.

Papst Franziskus mit Teilnehmern zum Abschluss der Amazonas-Bischofssynode.

Vatikanstadt – Mit einem Votum für die Zulassung verheirateter Priester in entlegenen Regionen ist die Amazonas-Synode im Vatikan zu Ende gegangen. In ihrem Schlussdokument am Samstag sprachen sich die Synodenväter dafür aus, die Bischöfe sollten die Voraussetzungen dafür schaffen, dass für Gemeinden des Amazonasgebiets, die besonders unter Priestermangel leiden, auch entsprechend ausgebildete Familienväter geweiht werden können, die zuvor Ständige Diakone waren. Eine allgemeine Aufhebung des Zölibats ist damit nicht verbunden.

Zur Zulassung von Frauen zum Diakonat hält das Dokument fest, dass dies in den Beratungen mehrfach gefordert worden war. Der Vorschlag einer Zulassung jedoch wird von der Versammlung nicht explizit unterstützt. Allerdings enthält der Text den Wunsch, mit einer vom Papst im Jahr 2016 eingesetzten Kommission zum Frauendiakonat in Austausch zu treten.

Viri probati

Das lateinische "viri probati" bedeutet wörtlich "bewährte Männer". In der Diskussion um die Voraussetzungen für das Priesteramt in der katholischen Kirche steht dieser Ausdruck für die Überlegung, bewährte verheiratete Männer zur Weihe zuzulassen. Während in katholischen Ostkirchen das Priesteramt grundsätzlich auch Verheirateten offen steht, gibt es in der römisch-katholischen Kirche Priester mit Ehefrau nur dann, wenn ein Geistlicher einer anderen Konfession zum Katholizismus übertritt. Dem Papst steht es grundsätzlich frei, die Regelung aufzuheben, nach der die Ehe ein kirchenrechtliches Weihehindernis ist. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) wurde die Weihe verheirateter Männer außerdem für das Diakonenamt zugelassen. Seither werden die Voraussetzungen für eine Zulassung von "viri probati" zum Priesteramt immer wieder neu diskutiert.So erklärte die Gemeinsame Synode in Würzburg (1971-1975), "dass pastorale Notsituationen die Weihe von in Ehe und Beruf bewährten Männern erfordern können". Eine solche Notsituation bestehe, wenn die regelmäßige Feier der Eucharistie für Gemeinden nicht gewährleistet sei. (kna)

Appelle enthält das Papier auch zum Einsatz für die Rechte von Indigenen im Amazonasgebiet, die Würdigung indigener Traditionen und den Umweltschutz. Für jeden der insgesamt 120 Artikel war eine Zweidrittelmehrheit der 181 anwesenden Synodalen notwendig, also 120 Stimmen. Die meisten Gegenstimmen erhielten die Artikel zu den verheirateten Priestern (41 Nein-Stimmen bei 128 Ja-Stimmen) und zum Frauendiakonat (30 Nein-Stimmen bei 137 Ja-Stimmen).

Das Dokument hat keine bindende Kraft, dient aber dem Papst zur Meinungsbildung im Blick auf ein eigenes Schreiben, das er bis zum Jahresende in Aussicht stellte. Auf der Synode hatten seit dem 6. Oktober 185 Mitglieder, größtenteils Bischöfe, sowie knapp 100 Ordensleute, Experten und Gäste über pastorale Herausforderungen im Amazonasgebiet beraten. (kna)