Münchner Dom

Alles neu macht der September

Der Münchner Liebfrauendom ist erstmals seit einem Jahrzehnt gerüstfrei, erhält ein neues Logo und Medienkonzept: Dompfarrer Franzl konnte bei seinem ersten Termin in neuer Funktion Erfreuliches verkünden.

Nach elf Jahren ist der Liebfrauendom sowohl innen wie außen endlich wieder völlig gerüstfrei. © Kiderle

München – Der blaue Spätsommerhimmel wölbt sich über der bayerischen Landeshauptstadt und Domkapitular Monsignore Klaus Peter Franzl steht strahlend vor dem geöffneten Hauptportal des Münchner Liebfrauendoms. Das heißt, sein Lächeln kann man nur erahnen, denn er trägt in diesen Corona-Zeiten vorschriftsgemäß eine Mund-Nasen-Bedeckung, regelmäßig muss der neue Dompfarrer seine beschlagene Brille abnehmen.

Dennoch schwingt Freude in seiner Stimme mit und Monsignore Franzl kann bei seinem ersten offiziellen Termin in neuer Funktion zahlreiche Neuigkeiten verkünden: Zum einen ist die Frauenkirche nach nunmehr elf Jahren sowohl innen wie außen endlich wieder völlig gerüstfrei, alle Arbeiten sind nach einer langen über ein Jahrzehnt andauernden Baustellenphase so gut wie abgeschlossen. Die emporstrebenden Türme wie die gesamte Westfassade, die Steinfiguren und Ornamentik über dem Portal – alles leuchtet hell und freundlich im milden Sonnenlicht.

Allein dieser Anblick wäre schon hinreichender Grund zur Freude, doch Monsignore Franzl hat zu seinem Dienstantritt noch mehr parat und spart dabei auch nicht mit Superlativen: Er bittet ins Innere des spät-gotischen Backsteinbaus und präsentiert dort ein neues interaktives Kommunikations- und Führungskonzept für „eine der bekanntesten Kirchen Deutschlands, wenn nicht gar auf der Welt“.

Trotz Corona tausende Besucher

„Einladend und mit einer überraschenden Perspektive auf Münchens Wahrzeichen“ will man sich in Zukunft den Besucherströmen präsentieren – selbst in Corona-Zeiten suchen werktags zwischen 1.000 und 1.500 Menschen die Kathedrale auf, bis zu 3.000 sind es an Wochenenden.

Unter der Orgelempore wurde eine neue digitale Info-Stele mit Foto-Slide-Show und Informationen zu Gottesdiensten oder Veranstaltungen installiert. Hier in nächster Nähe zum beliebten Teufelstritt ist auch der Startpunkt für die insgesamt fünf neu konzipierten Führungslinien, auf denen man sich als Besucher selbstständig in einer guten Viertelstunde über Kunstwerke, „geheimnisvolle Orte“, Heilige sowie Bischöfe und Herrscher- Gestalten informieren kann – egal, ob auf Deutsch, Englisch oder Italienisch. Die Klammer bildet die wichtigste der Führungslinien: „Unsere Liebe Frau und wir“, die sich Maria, der Muttergottes, der großen Fürbitterin und Dompatronin, widmet. Somit kann ein Dombesuch zu einer echten spirituelle Erfahrung werden.

Turm noch geschlossen

Auch ein neues Dom-Logo hat man entwickelt. Es greift die achteckige Form der auch als „Welsche Hauben“ bekannten Turmspitzen auf. Durch die Anordnung der hellen und dunklen Flächen kann der Betrachter eine Turmspitze von oben erkennen, aber auch einen stilisierten Domturm in Seitenansicht oder auch ein Kreuz. Das Logo ziert Flyer und Erklärungstafeln im Raum.

Schön wäre jetzt noch ein prächtiger Rundumblick vom ebenfalls fertig gestellten rund 100 Meter hohen Dom-Südturm, getreu dem biblischen Jesaja-Wort „Du wirst weites Land sehen“, das dem neuen Medienangebot übergeordnet wurde. Allein, Corona erlaubt derzeit leider noch keine Turm-Öffnung. Auch der neue Domshop in der Südturmkapelle mit Andenken teilt momentan das selbe Schicksal. „Vielleicht zum Advent hin“, hofft Dompfarrer Monsignore Franzl mit einer Eröffnung.

Der Autor
Florian Ertl
Münchner Kirchenzeitung
f.ertl@st-michaelsbund.de