Requiem für ehemaligen Radio-Vatikan-Journalisten

Abschied von Bernd Hagenkord

Rund 180 Trauergäste haben am Montagnachmittag am Requiem für den am vergangenen Sonntag verstorbenen Jesuiten und Publizisten teilgenommen.

Das Bild des verstorbenen Bernd Hagenkord ganz nahe an der Auferstehungskerze in der Münchner Jesuitenkirche Sankt Michael. © Bierl/SMB

München – Nach tagelanger Bewölkung und Regen scheint in München die Sonne, als sich am Montagnachmittag die Jesuitenkirche Sankt Michael füllt. Vor dem Altarraum ist ein Foto von Pater Bernd Hagenkord aufgestellt, der in der vergangenen Woche einem Krebsleiden erlegen ist. Das Bild steht zwischen dem hochaufragenden Renaissancekruzifix in der Mittelachse der Kirche und direkt neben der brennenden Osterkerze. Es ist ein Nachmittag zwischen Trauer und Auferstehungshoffnung. Aus dem Foto schaut der leise lächelnde Pater und Journalist die versammelte Familie, die Mitbrüder, Freunde und Weggefährten an, sein Blick ist freundlich und ernsthaft zugleich. Vor der Verkündigung des Evangeliums ist die Bachkantate „Jesus bleibet meine Freude“ von der Orgelempore zu hören.

Kühler Kopf, wenn andere den Untergang befürchteten

Bernd Hagenkord habe in den letzten Monaten oft nicht schlafen können, „wenn ihn die Gedanken an seine Krankheit plagten“. Das erzählt sein Mitbruder und Freund Georg Sans in seiner Homilie, in der er das Evangelium deutet, dass für das Requiem ausgewählt worden war: Matthäus 8, 18-27. Es schildert, wie Jesus sich von seinen Jüngern über den See Genezareth rudern lässt, ein Sturm aufkommt und der Herr ruhig schläft. Bernd Hagenkord sei in den Nächten der vergangenen Monate aber nicht allein wegen seiner Krankheit aufgewacht, sondern auch, weil ihn der Gedanke beschäftigte, wie es mit dem Synodalen Weg weitergehen soll, an dem er bis kurz vor seinem Tod als geistlicher Begleiter mitwirkte. „Er wusste, dass es sich dabei nicht um ein leicht zu manövrierendes Boot handelt, sondern eher um einen Ozeandampfer“, erinnert Pater Sans: „Aber wenn andere den Untergang nahen sahen, behielt Bernd einen kühlen Kopf.“

Ein Mann des richtigen Wortes, der fehlt

Es sei ihm dabei immer darum gegangen, auf einen Ausgleich hinzuwirken, in der kämpferischen Hoffnung, dass möglichst viele die je eigene Berufung in ihrem Glaubensweg entdecken. „Deshalb fehlt er uns“, schließt Pater Sans seine Homilie. Da ist es einen Moment lang besonders still unter den 180 Trauergästen. Es sind viele Journalistenkolleginnen und -kollegen darunter, die aus ganz Deutschland und aus Rom angereist sind. Wegen der Pandemiebestimmungen müssen sie sich in der ganzen Kirche verteilen. In diesem Moment spüren wohl alle, welchen Verlust dieser viel zu frühe Tod Bernd Hagenkords bedeutet. Es fehlt „ein Mann des Wortes“, wie ihn Pater Sans am Anfang seiner Ansprache genannt hat. Und man möchte hinzufügen, ein Mann des richtigen und besonnenen Wortes, auf das hinzuhören immer ein Gewinn war. Was Bernd Hagenkord sagte, oder auch als Blogger über die Kirche schrieb, war sachlich, deutlich, und immer mit dem Vertrauen auf Christus verbunden. Es ist auch ganz zum Schluss seiner Totenmesse zu greifen. „Over the Rainbow“ singt da die Sopranistin, bevor die Trauergemeinde ins Freie, in den Schein der Nachmittagssonne tritt.

Der Autor
Alois Bierl
Chefreporter Sankt Michaelsbund
a.bierl@st-michaelsbund.de